"Grün muss es nicht sein"

18.03.2019 · Wittener Gastgeber für Kirchentag in Dortmund gesucht

Ein Bett für den Kirchentag muss nicht grün sein wie jenes im Eingangsbereich des Backhauses an der Dortmunder Straße in Witten. Einen ungewöhnlichen Ort hatten sich Susanne Brahmann, Beate Hose und weitere Helfer für ihre Aktion ausgesucht, aber einen stark frequentierten: Wer das Bäckerei-Gebäude betrat, musste an den beiden vorbei. Übersehen ließ sich ihre Aktion nicht.

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Ein gemütliches Bett, ein heißer Kaffee am Morgen. Susanne Brahmann (v.l), Kirchenkreis-Superintendentin Julia Holtz und Beate Hose warben durchaus originell für Privatquartiere zum Kirchentag im Juni in Dortmund. Foto: Christian Lukas

Susanne Brahmann ist Privatquartiertsbeauftragte der Wittener Johannisgemeinde, Beate Hose Jugendreferentin und sie erklärt den Sinn ihrer Aktion: „Wir suchen Privatquartiere für Besucher des Kirchentages in Dortmund.“ Am Samstag, 16. März, einem ziemlich regnerischen Tag, hatte das Backhaus sein Foyer für die Suchenden zur Verfügung gestellt, etwas spektakulärer war zwei Wochen zuvor eine ähnliche Aktion auf dem Wittener Rathausplatz.

„Wir suchen noch um die 5000 Quartiere“, erklärt Susanne Brahmann. Sie selbst hat mit den Übernachtungen in privaten Quartieren als Kirchentagsbesucherin sehr gute Erfahrungen gemacht. In Dresden, Stuttgart und Berlin hat sie privat gewohnt, zu ihren Gastgebern aus Dresden ist sogar eine richtige Freundschaft entstanden. Ein Kirchentagsbesucher macht in der Regel ja nicht viel Umstände, fährt sie fort. Gesucht wird ein Bett oder eine Couch für die Nacht. Ein Frühstück wäre nett; bei der Masse an Veranstaltungen rund um den Kirchentag verlässt ein Kirchentagsbesucher morgens das Haus und kommt abends zurück. „Kirchentagsbesucher sind in der Regel sehr pflegeleicht“, schmunzelt auch Superintendentin Julia Holtz, die ebenfalls zeitweise die Werbetrommel für die Betten zum Kirchentag im Backhaus trommelt. Als Jugendliche ist sie bereits zu Kirchentagen gefahren, sie kennt das Schlafen in Gemeinschaftsräumen (zum Beispiel Schulturnhallen) und bei privaten Gastgebern aus eigener Erfahrung.

Es fehlen noch 5000 Betten

5000 Betten – das ist eine Hausnummer, die man jedoch relativieren muss, wie Beate Hose ausführt. „In Witten haben wir uns mit 500 Betten ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, 100 haben wir bislang. 5000, das ist die Zahl für Dortmund und die angrenzenden Städte.“ 8000 waren es zu Beginn. Witten ist im Reigen der umliegenden Städte durchaus von großem Interesse. „Der Kirchentag hat die Vorgabe gemacht, dass Besucher maximal eine Anreise von 50 Minuten haben sollen.“ Witten mit seinen S- und RE-Bahn-Anbindungen oder der Busverbindung von Rüdinghausen Richtung Hombruch, ist da von besonderer Bedeutung. Man ist einfach schnell am Dortmunder Hauptbahnhof. Anders sieht dies von Hattingen oder Sprockhövel aus. Die Anfahrt ist zu weit.

Was gibt man bei der so genannten Schlummernummer, der man eine Schlafmöglichkeit meldet, an? „Zum Beispiel: Ist die Wohnung barrierefrei oder nicht oder verfügt man über Fremdsprachenkenntnisse; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlummernummer haben einen Katalog, den sie abarbeiten“, so Susanne Brahmann. Und da jede Gemeinde eine(n) Privatquartiersbeauftragte(n) hat, kann man auch diese direkt ansprechen. „Natürlich wird auch darauf geachtet, dass es passt: Wenn eine ältere Dame jetzt gerne einen Gast im entsprechenden Alters hätte, dann wird das berücksichtigt.“ Überhaupt gilt das Angebot privater Quartiere (in der Regel) für Suchende ab 35.

 

Melden bei der Schlummernummer

Susanne Brahmann und Beate Hose waren auf jeden Fall fleißig. Ob es was gebracht hat? Das wird sich zeigen. Fleißig geholfen haben auch jeden Fall Feuerwehrmänner der nahe gelegenen Wittener Hauptwache: Kaum ein Brandbekämpfer, der sich an diesem Morgen ein Brötchen holte und nicht noch ein paar Flyer mitgenommen hätte, um die Werbetrommel zu rühren.

Über 100.000 Besucher erwartet der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag übrigens in der Zeit vom 19. bis 23. Juni in Dortmund. Weitere ausführliche Informationen gibt es bei der Schlummernummer unter 0231 / 99 768 200 und online unter www.kirchentag.de/vor_ort/privatquartier.html  chl

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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