Kirchentagspräsident bittet die Wittener um Privatquartiere

26.03.2019 · Großveranstaltung in Dortmund steckt in Schwierigkeiten bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten

Kirchentagspräsident ist ein Ehrenamt. Und zwar eines, das man aus voller Überzeugung annehmen sollte – denn was einen im Detail erwartet, weiß man nie. So ahnte Hans Leyendecker, Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund vom 19. bis 23. Juni, gewiss nicht, dass er ein Vierteljahr vor dem eigentlichen Kirchentag sämtlichen Nachbarstädten Dortmunds einen Besuch abstatten muss – um die dortigen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister um Hilfe zu bitten. Denn es fehlt – an Betten. „Ich war mir sicher, dass von allen Problemen, die wir haben, dieses das geringste ist“, erzählt der überzeugte Kirchentags-Fan, als er es sich im Büro von Sonja Leidemann gemütlich macht. Wittens Bürgermeisterin beruhigt ihn: „Das Ruhrgebiet ist gastfreundlich und wir in Witten haben viel Erfahrung, Gäste zu beherbergen.“

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Kirchentagspräsident Hans Leyendecker und Anna-Maria Ehrlinghäuser (r.) vom Kirchentagsteam freuen sich: Bürgermeisterin Sonja Leidemann unterstützt die Bettensuche für den Kirchentag mit ihrer Unterschrift.

Gastfreundschaft in Witten wird groß geschrieben

 

Witten ist für den renommierten ehemaligen Redakteur der Süddeutschen Zeitung keine Unbekannte. Die Universität, die Freizeitmöglichkeiten an der Ruhr und auch die wirtschaftliche Situation sind dem gebürtigen Brühler so geläufig, dass er mit Bürgermeisterin locker einen Vormittag lang plaudern könnte. Doch nicht nur Sonja Leidemanns Termine sind eng getaktet – auch Leyendecker hat an diesem Tag insgesamt drei Bürgermeister-Besuche auf seiner Liste. „Ich bin ein Fan des Ruhrgebiets und eigentlich überzeugt von der Gastfreundschaft der Menschen hier – dass wir so in Not sind, wundert mich sehr.“

 

Außer in Hotels und Turnhallen werden Besucher eines Kirchentages traditionell auch in Privatquartieren untergebracht. 125 davon wurden bereits in Witten gefunden – geplant war eine deutlich höhere Zahl. „Insgesamt werden 8000 Gästebetten in Dortmund und Umgebung  benötigt“, rechnet der Kirchentagspräsident vor. „Etwa 2000 haben wir derzeit – es wäre toll, wenn aus Witten insgesamt etwa 500 kämen.“ Bürgermeisterin Leidemann verspricht, in den nächsten Tagen gezielt Schulen oder Sportvereine anzusprechen: „Wenn wir Besuch aus unseren Partnerstädten bekommen, klappt das eigentlich immer ganz gut.“ „Man muss nicht fromm sein, um ein Bett für Besucher zur Verfügung zu stellen“, erklärt Superintendentin  Julia Holtz, die Hans Leyendecker bei seinem Besuch begleitet, lachend. „Und es wird wenig erwartet: Die Gäste gehen nach dem Frühstück und kommen erst spät zurück.“ Gastgeber bekommen als kleines Dankeschön zwei Tagestickets gratis – für ein Programm, das auch Konzerte von Adel Tawil und Giora Feidmann zu bieten hat.

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Superintendentin Julia Holtz (Mitte) und Bürgermeisterin Sonja Leidemann sind überzeugt von der Gastfreundschaft der Menschen in Witten. Fotos (2): niki

Das Angebot von Privatquartieren richtet sich an Menschen ab 35 Jahren, an Behinderte, Mitwirkende und an internationale Gäste sowie an Familien mit kleinen Kindern. „Jugendliche, die in Gruppen anreisen, übernachten in den Dortmunder Schulen“, erzählt Hans-Werner Ludwig, Kirchentagsbeauftragter für den Kirchenkreis Hattingen-Witten und „im richtigen Leben“ Leiter der Evangelischen Jugend. „Dort sind auch Ehrenamtliche aus unseren Gemeinden im Einsatz, die die Schulen betreuen.“ Zudem steuern Menschen aus dem gesamten Kirchenkreis Essen für den „Abend der Begegnung“ bei und gestalten natürlich auch das Programm des Kirchentages mit.

 

Hans Leyendecker, der ursprünglich mal katholisch war, hat übrigens seit 1975 jeden Kirchentag besucht und gemeinsam mit seiner Ehefrau tolle Begegnungen in Privatquartieren gehabt. „Wir sind absolute Kirchentags-Fans“, betont der überzeugte Christ, der sich privat und beruflich immer wieder einmischt und sich für Kirche und Gesellschaft engagiert. Was er von Dortmund erwartet? „Ein großes Glaubensfest und ein politisches Ereignis.“ Wo er übernachten wird, hat er nicht verraten…

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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