Erinnern Sie sich?

Erinnern Sie sich – zwei Jahre zurück: Sommermärchen, Willkommenskultur. Menschen empfangen Flüchtlinge mit wohlwollenden Gesten an Bahnhöfen. Viele engagieren sich mit Sachspenden und persönlichem Einsatz. Von einem zum anderen Moment bekommt Deutschland ein anderes, freundliches Gesicht, das ihm gut ansteht.

Zwei Jahre später: Aus den Flüchtlingen sind potentielle Gefährder geworden, Terroristen, Islamisten. Nicht Offenheit, sondern Angst und Enge bestimmen das Klima.

Wie kommt so ein rascher und grundlegender Einstellungswandel zustande? Die Medien, die Angst vor populistischen Parteien. Sicherlich, aber auch noch mehr: fehlendes Grundvertrauen und fehlende ethische Grundüberzeugung. Tagespolitik, Wahlkampf, vorgegebener politischer Mainstream bestimmen, Kurzatmigkeit herrscht. Schutz davor bietet ein weiter historischer Blick und eine ethische Grundüberzeugung, die Christen in der Bibel finden:

„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.“ 3. Mose 19, 33f)

„Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“ (Matthäus 25,35), sagt Jesus.

Der Einsatz für Menschen in Not, für den Fremden, den Flüchtlingen ist keine Eintagsfliege, er kapituliert nicht vor den Stammtischparolen, und den Angstmachern, sondern er denkt über den Tag hinaus und weiß sich der Basis des jüdisch-christlichen Abendlandes verpflichtet.

Nur nebenbei: Diese ethische Grundüberzeugung ist auch durch die politische Vernunft geboten:

  • Wir müssen mit steigenden Flüchtlingszahlen rechnen, ob es einem passt oder nicht.
  • Wenn der Druck von Krieg, Terror, Ausbeutung, Armut so stark ist, wie er ist, müssten die Mauern schon bis in den Himmel gebaut sein, um sicher abzuschotten.
  • Wir in den westlichen Ländern sind aktiv an den Fluchtursachen beteiligt.
  • „Bekämpfung von Fluchtursachen“ heißt nicht „Bekämpfung der Flüchtlinge“.
  • Migration ist keine Bedrohung, sondern Chance – wirtschaftlich, kulturell, persönlich.

„Der HERR, euer Gott, hat die Fremdlinge lieb. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben.“ (5. Mose 10,18f)

von Sigurd Hebenstreit

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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