Wir haben (nicht immer) recht

In der hebräischen Bibel, im ersten Teil der christlichen Bibel, ist ein Gebet des Propheten Daniel wiedergegeben. Darin kommt der bemerkenswerte Satz vor: „Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit“ (Daniel 9,18). Mir geht es jetzt nicht um die angesprochene Gebetshaltung (über die man auch mal nachdenken oder besser, der man mal nachspüren könnte), sondern um den zweiten Teil des Satzes: „Wir vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit.“

In gesellschaftspolitischen Diskussionen heute stelle ich fest, dass es oft zwei Lager gibt, die sich einander gegenüberstehen, und jedes Lager behauptet von sich: „Wir sind die Guten. Wir haben recht. Wir sind also die Rechten (und die können auch links sein), die Gerechten.“ Und schließlich erstarrt alles in Rechthaberei. Nun mag jeder seiner Meinung gewiss sein, aber ein bisschen Selbstkritik wäre schon hilfreich im Gespräch und im Umgang miteinander. Mit Fehlern in der eigenen Wahrnehmung, den eigenen Schlussfolgerungen, dem eigenen Verhalten ist immer zu rechnen.

Warum sich nicht zusammensetzen und sich eingestehen: „Wir wollen das Beste, aber wir haben auch nicht die Lösung; also lasst uns darüber reden!“? Ein bisschen weniger Selbstgerechtigkeit und ein bisschen mehr Barmherzigkeit würden enorm helfen. Natürlich erst recht im Gegenüber zum barmherzigen Gott.

von Hans-Werner Kube

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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