Grenzen überwinden

Gestern sind sie ausgebrochen, die großen Ferien. Herrlich lange sechs Wochen Sommerferien. Und an diesem Wochenende leeren sich die Städte und die Häuser und es treibt uns in Scharen an die Strände und auf die Berge. Wir schnappen nach frischer Luft, lechzen nach freier Zeit, hoffen auf frohen Mut. „Warum reisen wir?

Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal. Damit wir noch einmal erfahren, was uns diesem Leben möglich sei.“ So sagt es der Schriftsteller Max Frisch. Und damit das auch gelingt, hätte ich da mal ein paar Urlaubstipps: Trauen Sie sich, was sie sich zuhause nicht erlauben: tanzen Sie bei der Pizzaparty, sprechen Sie fremde Menschen in Cafés an, singen Sie im Pool. Stellen Sie Ihrem Reisepartner überraschende Fragen: Wonach schmeckt der Wind, was war dein erstes Urlaubserlebnis als Kind, was möchtest Du mit mir unbedingt noch erleben? Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, mischen Sie sich unter die Leute an Ihrem Urlaubsziel, entdecken Sie Ungeahntes. Machen Sie einen ganzen Tag lang einfach mal – nichts.

 

Versuchen Sie, sich mit den Augen der anderen zu betrachten: was fänden Sie an sich interessant, woher kommt der bittere Zug um den Mund, wie klingt Ihr Lachen? Besuchen Sie eine Kirche – nicht als Tourist, sondern als Pilger, als Suchender. Urlaub ist Zeit, nach Gott zu suchen. Im Alltag versandet oft die Quelle, aus der ich Kraft schöpfe. Kein Blick mehr für die Weite des Himmels und die Tiefe der Seele und die Sehnsucht des Herzens. Deshalb: Wie herrlich, dass es Ferien gibt! Da ziehen wir hinaus in aller Herren Länder – um anzukommen bei uns selber. Da machen wir uns auf in die entlegensten Winkel - um heimzukehren zu unserem Schöpfer. Da überwinden wir alle engen Grenzen – damit wir erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist. In diesem Sinne: einen schönen Sommer!

von Martin Treichel, Wengern

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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