Der Wochenspruch: Nicht Gäste, sondern Mitbürger

In der evangelischen Kirche gibt es die Tradition, zu Beginn des Sonntagsgottesdienst in allen Gemeinden einen festgelegten Wochenspruch vorzulesen. Über ihn mag man nachdenken, bringt er doch eine zentrale christliche Botschaft zum Ausdruck. Der Wochenspruch für die zu Ende gehende Woche steht in dem Brief des Paulus an die Epheser.

Es gab ein Problem, das wir unverändert mit uns herumschleppen: Wer gehörte dazu und wer nicht. Juden, die sich zu Christus bekannten und Nichtjuden, die das auch wollten. Aber so einfach ging das nicht, Fremde zu Mitbürgern machen. Man wollte unter sich bleiben. Und heute: Das geht doch nicht, Fremde zu Mitbürgern machen. Syrer? Kurden? Nigerianer? Die haben doch einen ganz anderen Hintergrund, nicht unsere Religion, nicht unsere christlich-abendländische Kultur. Als Gäste – ja gerne, dann ist man sich sicher, dass sie wieder gehen. Aber als Mitbürger? Als Hausgenossen?

Und dann wendet sich die Bibel – unsere christlich-abendländische Kultur – mit einer Zusage an die Fremden:

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ (Epheser 2,19)

Vielleicht schon heute: „Mitbürger“, „Hausgenossen“. Politisch, kirchlich, praktisch.

Sigurd Hebenstreit ist Presbyter der evangelischen Johannis Kirchengemeinde in Witten und einer der beiden Flüchtlingsbeauftragten des Ev. Kirchenkreises Hattingen-Witten.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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