Wutbürger

Beim Lesen oder Hören der aktuellen Nachrichten stoßen wir heutzutage auf das Schlagwort „Wutbürger“ - ganz oft mit dem „Beigeschmack“: Das sind – so wird dann unterstellt -meistens Menschen, die mit irgendeiner Neuerung, mit irgendeinem sog. „Fortschritt“ nicht einverstanden sind, die lautstark und energisch dagegen protestieren und gewaltig „ auf den Putz hauen“.

Dabei geht es angeblich oft um sehr egoistische Interessen: Die Veränderung
ist zwar unaufhaltsam – so wird behauptet -,  aber doch bitte nicht so, dass ich selbst dadurch
Nachteile in Kauf nehmen muß. Also: Fortschritt ja, aber bitte nicht auf meine eigenen Kosten.

 

Wir sollten den Protest unserer Mitbürger nicht durch solche Unterstellungen und Pauschalurteile diffamieren! Häufig zeigen nicht zuletzt die Verletzungen von Eigeninteressen, dass das Problem nicht wirklich gelöst ist und noch einmal gründlich durchdacht werden muß. Deshalb sind „Wutbürger“ durchaus nicht generell uneinsichtige Egoisten, sondern sie sind häufig Indikatoren für das Gesamtproblem, die nicht einfach beiseite geschoben werden sollten, wenn man Fehler rechtzeitig bedenken und ausräumen möchte.

 

Und ob denn der Fortschritt als solcher auch  heute noch das erstrebenswerte „Ziel an sich“ ist, mag man wirklich bezweifeln. Ich finde jedenfalls hochaktuell, was wir in der „Bergpredigt“ lesen: „Selig sind,  die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden (Mt. 5,6). 

von Gerd Sauer

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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