Wertschätzung und Fortbildung

22.02.2012 · Ehrenamtliche Reiseleiter sind selber Gäste im Haus am Weststrand

Urlaub – für viele die schönste Zeit des Jahres. Damit die ersehnten Wochen fernab des Alltags noch ein bisschen schöner werden, buchen viele Menschen im Kirchenkreis Reisen in das „Haus am Weststrand“ auf Norderney.

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Auf mehr als 20 Seiten bietet der prall gefüllte Prospekt, den Romana Matalla im Kreiskirchenamt in der Wideystraße in Witten stets zur Hand hat, Reisen in das gepflegte Freizeit-, Erholungs- und Tagungshaus des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten.

Die alleinstehende 72-jährige und der Chorsänger, die alleinerziehende Mutter und der Selbstständige, der eine kleine Auszeit vom Alltagsstress sucht – sie alle schätzen Reisen in Begleitung einer Gruppe Gleichgesinnter – und unter der Leitung eines erfahrenen Reiseleiters. Um die Reiseleiter kümmert sich Matthias Küstermann, Verwalterleiter im Kirchenkreis und Geschäftsführer des Hauses.

Anfang des Jahres waren die, die normalerweise Reisen organisieren und managen, selber eingeladene Gäste: „Ich finde es wichtig, dass auch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter Wertschätzung und Fortbildung erhalten. Unsere Klausurtagung konnte beides miteinander verbinden“, erzählt Matthias Küstermann von einem Angebot, das neu war für die Reiseleiterinnen und Reiseleiter. Ein ganzes Wochenende lang durften sie den Charme und die Schönheit der Insel genießen, sich ein wenig verwöhnen lassen und dabei auch noch etwas lernen.

„Früher haben sich die Leiter einmal im Jahr auf einen Kaffee-Nachmittag getroffen – ein richtiges Gruppengefühl kann in der kurzen Zeit nicht entstehen“, erklärt Matthias Küstermann. Dabei können die Leiter untereinander voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und mit Tipps aus der eigenen Erfahrung helfen.

Insgesamt 35 Ehrenamtliche stricken alljährlich an einem abwechslungsreichen Programm, das mehr als die Hälfte der etwa 23.000 Buchungen pro Jahr ausmacht. Grund genug, diese Menschen auch gemeinsam weiterzubilden. „Gestaltung von Andachten“, „Was tun im Notfall – Notfallmanagement“ und „Demenz“ waren die Titel der drei Arbeitseinheiten – die rundweg positiven Reaktionen zeigen Matthias Küstermann, dass die Themen gut gewählt waren.

Der Gemeindepädagoge Peter Unger versorgte die interessierten 23 Teilnehmer mit Ideen für die Gestaltung von Andachten. Denn im Haus am Weststrand beginnt jeder Tag mit dem Wort Gottes – das ist den Reisenden nicht nur bewusst, sondern auch wichtig. So mancher mag in der Abgeschiedenheit, fernab der Heimat, einen neuen Zugang zu Gott finden; beim Spaziergang am Strand über den Sinn des Lebens nachdenken. Die geistlichen Angebote im Haus fördern die Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität. Spannende Zugänge, die weit über das Verlesen der Tageslosung hinausgehen, enthielten für die Gruppenleiter interessante Anregungen.

In der Arbeitseinheit „Notfallmanagement“ ging es dann ganz handfest um ein Thema, das sich kein Reiseleiter wünscht: Was tun im Notfall. „Ein Teilnehmer hat einen Unfall, ein Unglück ereignet sich auf der Insel, ein Kind aus der Gruppe hat sich verlaufen… Notfälle sind ganz unterschiedlich“, weiß Matthias Küstermann. „Man kann sie nicht planen – aber man kann sich darauf vorbereiten.“ So erarbeitete Christoph Frye als Referent mit den Reiseleitern einen Standard für den Fall der Fälle, inklusive Telefonliste und Informationskette. Am Ende wurden alle wichtigen Aspekte auf einem „Notfall-Zettel“ gebündelt – und der steht nun auch denen zur Verfügung, die an dieser Klausur nicht teilnehmen konnten. Matthias Küstermann: „Das gibt allen mehr Sicherheit.“

Das dritte große Thema „Demenz“ griff eine allgemeine Entwicklung auf: Die Alterung unserer Gesellschaft. „Unser Stammpublikum wird immer älter – schon jetzt ist die größte Gruppe der Reisenden zwischen 70 und 90 Jahren alt“, so Matthias Küstermann. Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter – und darum sei es auch wichtig, so Küstermann, dass die Reiseleiter entsprechend geschult sind. „Das Krankheitsbild wurde erklärt, was schon sehr hilfreich war“, erinnert sich der Verwaltungsleiter, der an allen Arbeitsgruppen auch selber teilnahm. „So manche `Schrulligkeit´ ist vielleicht schon ein Symptom einer demenziellen Veränderung“, erklärte der Referent, Altenpfleger Volker Westheider. Orientierungslosigkeit in einer fremden Umgebung oder plötzliche Aggression eines Mitreisenden – das belastet eine Reisegruppe und den Betroffenen. Auch zu diesem Thema berichteten die Teilnehmer einander über ihre Erfahrungen und Einschätzungen. „Dieser Austausch hat allen Beteiligten sehr gut getan“, fasst Matthias Küstermann zusammen.

In Zukunft möchte der Geschäftsführer gerne auch Angebote für die „jüngeren Alten“ und für die „mittlere Generation“ ins Programm nehmen. „Gerade für die Generation 60 plus ist eine Gruppenreise eine schöne Alternative“, ist Küstermann überzeugt. Und mit Angeboten wie „Die Tutmirgut-Freizeit“, „Stress zu Hause lassen – Urlaub genießen“ oder „Die Welt ist mir ein Lachen. Urlaub!“ spricht der aktuelle Katalog auch die 35- bis 55-Jährigen an – mit oder ohne Kinder.

Familienfreundliche Zimmer und barrierefreie Einheiten warten auf Menschen jeden Alters, die sich eine Auszeit in einem christlichen Haus gönnen wollen. Die Freizeitleiter waren von ihrer ersten Klausurtagung so begeistert, dass sie alle schon gebucht haben: Eine Neuauflage gibt es im November 2013. Na denn: Gute Reise!
 

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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