Geduld und Beweglichkeit sind bei Synode gefordert

14.12.2018 · Herbstsynode tagt: Gemeinden bekommen 2019 1,7 Millionen Euro

Geduld und Beweglichkeit waren zwei Tugenden, die die 63 stimmberechtigten Synodalen des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten anlässlich der zweiten Kreissynode des Jahres am Freitagabend in der Hattinger St. Georgs-Gemeinde mitbringen mussten. Geduld, weil sich Anreise und vor allem Parkplatzsuche für die aus dem gesamten Kirchenkreis angereisten Sitzungsteilnehmer in unmittelbarer Nähe zum historischen Weihnachtsmarkt als langwierig erwies. Und körperliche wie geistige Beweglichkeit, weil aufgrund einiger Wahlen und daraus resultierender Wahlvorgänge in der Tagesordnung hin und hergesprungen wurde, um möglichst effektiv und somit zeitsparend zu arbeiten – so dass die Arbeit der Scriba (der Schriftführerin) zeitweise einem Tetris glich. Doch am Ende ging alles auf – und Superintendentin Julia Holtz konnte vor 21 Uhr alle Teilnehmenden in den Advent entlassen.

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Der KSV stellt sich nach der Synode zum Gruppenfoto. Es fehlen Ludwig Nelles und Hans Werner Ludwig.

"Noch geht es uns gut"

Auf der Herbstsynode beschäftigten sich die Vertreterinnen und Vertreter aus insgesamt 16 Gemeinden (plus Gemeinde Creative Kirche) vor allem mit den Kirchensteuerzuweisungen. Traditionell werden im Anschluss an die Landessynode vor Ort die Mittel für das folgende Wirtschaftsjahr verteilt. Nun gibt es trotz sinkender Gemeindegliederzahlen dank erfreulicher Wirtschaftslage schon zum siebten Mal in Folge mehr Geld zu verteilen, als erwartet: So kommen von vorsichtig geschätzten 490 Millionen Euro, mit denen die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) für 2019 plant, mindestens 8,9 Millionen Euro im Kirchenkreis Hattingen-Witten an. An die Gemeinden werden davon 1,7 Mio Euro ausgezahlt – eine gute Basis, um den Strukturwandel behutsam weiterzuführen

„Noch geht es uns finanziell gut“, betont die Superintendentin. Doch das sei auch das Ergebnis von Anpassungen, die bereits seit einigen Jahren mit Blick auf die demographische Entwicklung in allen Gemeinden vorgenommen wurden. „Fast jede Gemeinde hat schon etwas aufgegeben – ein Gemeindehaus, eine Pfarrstelle oder gar die Eigenständigkeit.“ Auch in diesem Wandel muss sich Kirche also beweglich zeigen, worin Julia Holtz aber auch eine Chance sieht: „ So konzentrieren wir uns auf die Kernthemen und reduzieren uns auf das Wesentliche.“

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Im Presbytery of Giseny / Ruanda steigt die Zahl der Christinnen und Christen so rasant, dass die Kirchen fehlen, um all den Gläubigen ein Dach für den Gottesdienst bieten zu können. Mit Hilfe des Kirchenkreises Htatingen-Witten konnte dieses Dach gebaut werden.

Ein Blick über den kirchlichen Tellerrand

Ein Blick ins europäische Ausland machte deutlich, dass sich auch in anderen Ländern Christinnen und Christen Gedanken um die Zukunft ihrer Kirche machen. Pfarrer Claus Humbert berichtete vom Besuch einer Kirchengruppe in der Diocese of Sheffield / England und berichtete von den Bemühungen dort, Menschen in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft durch neue Gottesdienstformen für Kirche zu begeistern. Ganz andere „Probleme“ hat dagegen die Presbytery of Giseny / Ruanda auf dem afrikanischen Kontinent. Dort steigt die Zahl der Christinnen und Christen so rasant, dass die Kirchen fehlen, um all den Gläubigen ein Dach für den Gottesdienst bieten zu können. Mit beiden Kirchenkreisen pflegt Hattingen-Witten Partnerschaften, um voneinander zu lernen und miteinander Glauben und Ökumene zu leben.

In Hattingen-Witten sank die Zahl der Gemeindeglieder im Vergleich zum Vorjahr um 1,96 Prozent auf insgesamt 63.614 Menschen (Witten gesamt: 34.464, Hattingen inkl. Sprockhövel: 25.772, Wengern: 3378).  Ursache hierfür sei vor allem der Geburtenrückgang, so die Superintendentin: „Es werden einfach weniger Kinder getauft als Menschen beerdigt.“ Durch die Zuwanderung steige zwar die Zahl der Menschen in den Kommunen, doch diese seien überwiegend keine Christen. Und auch Pfarrerinnen und Pfarrer verlassen den Kirchenkreis. „Wären wir in der Bundesliga, so könnten wir von der Landeskirche eine schöne Ablösesumme verlangen“, schmunzelte Dr. Klaus Wenzel, der als Vorsitzender des Nominierungsausschusses immer wieder die Aufgabe hat, personelle Lücken mit geeigneten Menschen zu füllen. So war zuletzt nach dem Weggang der Schulpfarrerin Sabine Grünschläger-Brenneke auch die Position der Assessorin (Stellvertreterin der Superintendentin)  vakant. Dieses Ehrenamt übernimmt nun nach dem Willen der Synode die bisherige Scriba Ute Wendel aus Herbede. Als neuen „Schriftführer“ für den Kreissynodalvorstand (KSV) wählten die Delegierten den bisherigen Stellvertreter Pfarrer Ludwig Nelles aus Niederwenigern; neu im KSV ist nun Pfarrer Christian Uhlstein aus der Trinitatis-Kirchengemeinde.

Synode und Diakonie sind vorbildlich und ökofair

Bei all den Entscheidungen, die das kirchliche Leben rund um den eigenen Kirchturm betreffen, vergaßen die Synodalen nicht die Verantwortung in einer zunehmend globalen Welt: So war die Herbstsynode eine ökofaire Synode, wie Wilfried Ranft vom Umwelt-Ausschuss betonte. Verpflegung, Getränke und auch die Tischdeko stammten aus fairem Anbau und Einkauf und waren außerdem soweit wie möglich umweltverträglich. „Bei den Strohhalmen haben wir einen Kompromiss gemacht“, erläuterte der Umweltpfarrer allerdings pragmatisch und zeigte auch hier wendige  Beweglichkeit. „Es gibt noch einen großen Restbestand, da wäre es unsinnig, alles wegzuschmeißen, ohne es zu benutzen.“ Zur Freude der Synodalen berichtete Pfarrer Martin Wehn (Diakonie Mark-Ruhr) von der Zusammenarbeit mit Pfarrer Dietrich Weinbrenner, dem EKvW-Beauftragter für den Einsatz nachhaltige Textilien. „Ab dem kommenden Jahr wird die so genannte Flachwäsche – also Bettwäsche und Tischdecken – sowie die Arbeitskleidung in der Pflege ökofair beschafft.“ 

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Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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