„Wir lehnen jede Form von Terror ab!“

25.04.2019 · Muslime und Christen in Witten: Gemeinsames Nein zu jeder Gewalt im Namen der Religionen

Wir haben Respekt vor jedem Glauben und wir lehnen jede Form von Terrorismus ab!“ Mit einer unmissverständlichen Haltung trat der Imam der Türkisch-Islamischen Gemeinde in der Wideystraße, Sefa Karakoc, am heutigen Donnerstag in der evangelischen Johanniskirche vor Vertreterinnen und Vertreter aller christlichen Kirchen in Witten. Gemeinsam mit einigen weiteren Mitgliedern der muslimischen Sultan Ahmet Camii-Gemeinde hatte der Vorbeter spontan einen Termin vorgeschlagen, um angesichts der schrecklichen Attentate vom Osterwochenende auf Sri Lanka sein Mitgefühl und seine Trauer über die Anschläge zu teilen.

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Der Imam der Sultan Ahmet Camii-Gemeinde (rechts) besuchte gemeinsam mit weiteren Repräsentanten der muslimischen Gemeinde in der Wideystraße die Vertreterinnen und Vertreter der christlichen Kirchen in Witten, um sein Mitgefühl und seine Trauer über die Attentate auf Sri Lanka zum Ausdruck zu bringen. Ertugrul Karatoprak (links) übersetzt für den aus Ismir in der Türkei stammenden Vorbeter, der erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt.

Superintendentin Julia Holtz bedankte sich im Namen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) für diese Geste und sprach umgekehrt auch das Mitgefühl der Gruppe für die Attentate in Neuseeland aus. „Natürlich tragen Sie keine Verantwortung für das, was in Sri Lanka geschah und umgekehrt hat auch von uns keiner Kontakt zu den Tätern von Christchurch“, betonte die evangelische Pfarrerin. Hinter Taten, die von terroristischen Tätern im Namen der Religion begangen würden, versteckten sich oftmals nationalistische oder ökonomische Interessen. „Da müssen dann der Koran oder die Bibel für eigene Machtinteressen herhalten.“ Dennoch sei der Besuch „eine großartige Geste.“ „Die Religionen in Witten stehen seit 30 Jahren im Dialog für den Frieden“, betonte die Superintendentin. „Und da lautet unsere wichtigste Botschaft: Keine Religion darf zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht werden.“

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Gemeinsam trugen sich die Wittener Muslime und die Vertreterinnen und Vertreter der ACK in das Gebetsbuch in der evangelischen Johanniskirche ein.

Vertreterinnen und Vertreter der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Witten, der Evangelisch-Lutherischen Kreuzgemeinde, der Freien Evangelischen Gemeinde Witten-Bommern , der Neuapostolischen, der römisch-katholischen Kirche sowie des Evangelischen Kirchenkreises, nutzten den Besuch der muslimischen Gäste zu einem gemeinsamen Eintrag in das in der Johanniskirche ausliegende Gebetsbuch und tauschten sich bei einem anschließenden Kaffeetrinken aus. Ihr gemeinsames Credo: „Wir sagen gemeinsam Nein zu jeder Gewalt im Namen der Religion!“

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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