„Unser Bild vom Alter muss differenzierter werden“

26.05.2019 · Querschnittvisitation nimmt im Herbst Altenarbeit und –seelsorge in den Blick

„Bis 2030 wird fast die Hälfte aller Gemeindeglieder älter als 60 Jahre sein. Grund genug, mal genauer hinzugucken.“ Helga Wemhöner ist Pfarrerin und kümmert sich als Beauftragte für Altenheimseelsorge beim Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung „von Berufs wegen“ um die Situation älterer Menschen in Kirche und Diakonie. Im Rahmen der Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten skizzierte sie in einem inhaltlichen Impuls die allgemeine Situation der Älteren – denn der Kreissynodalvorstand (KSV) als oberstes Gremium will im Rahmen einer kreiskirchlichen Visitation in diesem Herbst Menschen ab 55 Jahren besonders in den Blick nehmen und die Angebote der Altenarbeit und der Altenseelsorge in Hattingen-Sprockhövel, Wengern und Witten analysieren.

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„Man ist so alt, wie man sich fühlt“ – das passt hier besonders gut. Hannes Waschk (69 Jahre, rechts) zählt je nach Sichtweise schon zu den „Alten“. Doch Altenseelsorger Christian Holtz freut sich lieber, dass der aktive Pensionär als Gastpfarrer zu seinen Kollegen zählt.

Noch nie wurden die Menschen durchschnittlich so alt wie heute. Das merken auch die evangelischen Gemeinden. Bereits heute ist dort jeder Dritte älter als 60 Jahre – bis 2030 werden es 40 Prozent sein. Damit ist der demographische Wandel bei Kirchens etwas schneller als in der Gesamtgesellschaft; da wird diese Zahl erst 2055 erreicht.  Visitationen sollen durch einen freundlich-kritischen Blick von außen dabei helfen, den Status quo zu ermitteln und Schwerpunkte und eigene Ziele der besuchten Einheit herauszuarbeiten. Bislang wurden im Kirchenkreis Hattingen-Witten einzelne Gemeinden visitiert; nun unternimmt das Experten- und Besuchsteam erstmals eine Querschnittsvisitation.

 

„Unser Bild vom Alter muss differenzierter werden“, betonte die Landespfarrerin. Natürlich gebe es die Hochbetagten, die etwa in den Alten- und Pflegeheimen der Diakonie leben. Doch da „das Alter“, je nach Betrachtung, schon beim Renteneintritt mit Mitte 60 oder sogar, biologisch gesehen, schon mit 30 Jahren beginnt, erklärt sich, warum die Gruppe heterogen ist. „Der Generation der jüngeren Alten fehlt zudem eine gemeinsame existenzielle Erfahrung durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre“, so Helga Wemhöner. Vom fitten, mobilen und wohlhabenden Frührentner  bis zur pflegebedürftigen Witwe mit kleinem Einkommen reiche die „Vielfalt des Alters“ – und entsprechend schwierig sei es, EIN Angebot für die Menschen vorzuhalten. Die kreiskirchlichen Altenseelsorger Im Kirchenkreis  kümmern sich vor allem in den Pflegeheimen der Diakonie um meist hochbetagte Menschen – doch drei Viertel der Alten leben zu Hause und brauchen dort – ebenso wie ihre Angehörigen, Zuspruch und Seelsorge.

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„Unser Bild vom Alter muss differenzierter werden“, betonte Landespfarrerin Helga Wemhöner.

Die Querschnittsvisitation beginnt am Sonntag, 1. September, mit einem Gottesdienst in der Erlöserkirche in Witten. Der KSV und zahlreiche Experten und Fachleute betrachten in der Zeit bis zum 10. November zahlreiche Angebote und feiern mehrere Gottesdienste, zum Beispiel in Altenheimen. Beim Abschlussgottesdienst am 10. November in der St. Georgs-Kirche in Hattingen werden die ersten Beobachtungen und Ergebnisse präsentiert. (niki)

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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