Eine Absage an Krieg und Terror im Namen der Religion

29.09.2017 · Gebete der Religionen für den Frieden erstmals in Bosnischer Moschee

„Die Religionen leugnen die Schrecknisse und Verwirrungen nicht. Aber jede zeigt auf ihre Weise, in welche Richtung Hass und Verachtung überwunden werden können.“ Sichtlich bewegt eröffnete Pfarrer Dietrich Schwarze die diesjährigen „Wittener Gebete der Religionen für den Frieden“. Mehr als 90 Menschen verschiedenen Glaubensrichtungen, darunter auch Superintendentin Julia Holtz vom Evangelischen Kirchenkreis, waren der Einladung der Initiative „Religionen für den Frieden“ (RfP) gefolgt und trafen sich am Donnerstagabend in der Bosnischen Moschee in der Breite Straße. Schon seit 1989 treffen sich Bahá'i, Buddisten, Christen, Hindus, Juden, Muslime und Sikhs einmal jährlich und halten gemeinsam Friedensgebete. Sie besuchen sich gegenseitig, hören sich in Respekt und gegenseitiger Achtung zu und beten auch gemeinsam. Im Rahmen der Interkulturellen Woche wählten sie in diesem Jahr das Motto "Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges".

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90 Besucher folgten der Einladung in die neue Bosnische Mosche an der Breite Straße.

"Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht..." heißt es etwa im Koran (5/48). Im Abdu´l-Baha, einer Ansprache der Bahai, wird die Verschiedenheit mit einem Garten verglichen: Erst die Unterschiede und Besonderheiten in Form, Farbe und Duft machen den Reiz und die Schönheit aus. Und der hinduistische Mönch Swami Vivekanada , der als erster Hindu 1893 vor dem Weltparlament der Religionen sprach, forderte gar: „Wir wollen unsere Herzen offenhalten für alle Religionen der Zukunft.“

In der erst in diesem Jahr eröffneten Bosnischen Moschee waren die Gäste erst Zuschauer des Abendgebetes der Gemeinde, bevor sie dann der Einladung der Gastgeber durch den Abend folgten. Jede Religionsgemeinschaft sprach nacheinander ein eigens ausgewähltes Gebet, dem man schweigend zuhörte. Bevor alle, die wollten, in ein gemeinsames, offenes Gebet einstimmen konnten. Entschieden erteilen die Besucher des Abends dem Krieg und dem Terror, der mit Religion begründet wird, eine Absage. „Wir beten für alle, die aufstehen gegen das Unrecht, das im Namen der Religionen angerichtet wurde und wird; für alle, die sich um Versöhnung und Dialog bemühen, für alle, die es wagen, ihren eigenen Glauben dadurch zu bereichern, dass sie sich anderen öffnen.“

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Jede Religion hat ihren Platz auf dem gemeinsamen Windlicht.

„Ich freue mich, dass ich den heutigen Abend mit zwei muslimischen Freunden und so vielen anderen erleben durfte. So unterschiedlich unsere Lebenswege, unsere Erziehung, unsere Kultur auch sein mögen - unsere Religion lehrt uns alle den Respekt vor dem Leben und die Barmherzigkeit Gottes.“, fasste eine Besucherin beim anschließenden Imbiss den Abend zusammen. „Das allein verändert vielleicht nicht die Welt. Aber es macht Mut.“

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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