Pfarrer sucht „nicht das Weite, sondern eine neue Weite“

10.01.2018 · Gemeinde verabschiedet Uli Mörchen aus Wengern

Abschied nach 22 Jahren: Uli Mörchen hat „seine“ Gemeinde in Wengern verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Am 1. Oktober 1995 wurde der heute 53-Jährige vom damaligen Superintendenten Ernst Voswinkel offiziell ins Amt in Wengern eingeführt – als „Pfarrer im Hilfsdienst“, wie es damals hieß. Fünf Jahre später wurde er in die offiziell frei gewordene Pfarrstelle gewählt und hat in 22 Jahren viel bewegt und verändert. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – hat er sich dazu entschieden, noch einmal etwas Neues anzufangen.

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Superintendentin Julia Holtz hat Uli Mörchen aus seinem Amt in Wengern verabschiedet. Foto: Walter Demtröder

„Wichtig ist mir dieses Gefühl, das ich mit der Zeit in Wengern und Esborn verbinde, und das mich innerlich zufrieden und erfüllt gehen lässt. Wichtig ist mir, in dem Wissen zu gehen, dass es in der Gemeinde gut läuft und dass eine Basis für die Zukunft besteht, die durch die bleibenden Akteure und die, die kommen werden, gesichert und weiter entwickelt werden kann“, hatte Uli Mörchen im Gemeindebrief geschrieben.

 

Wie gut es in der Gemeinde mit Uli Mörchen gelaufen ist, zeigte die Tatsache, dass die Wengerner Dorfkirche bei seiner Verabschiedung durch Superintendentin Julia Holtz und das Presbyterium bis auf den letzten Platz gefüllt war – und das nicht zum ersten Mal.

 

Mit Livemusik, Chor und Gebeten ging es für Uli Mörchen in die letzte Runde. In seiner Abschlusspredigt bezeichnete er sich als jemanden, der „nicht das Weite, sondern eine neue Weite“ sucht. „Abschied hängt mit Trennung und Veränderung zusammen, und das fällt uns Menschen nicht so leicht“, sagte er und ergänzte: „Dadurch eröffnet sich aber auch ein neues Feld für andere Gaben und Talente. Erwartet das Neue, das jetzt entsteht.“ Als Uli Mörchen schließlich die Kanzel verließ, bekam er langanhaltenden Applaus von den Gottesdienstbesuchern.

15 Jahre als Pfarrer stehen ihm noch bevor – für Uli Mörchen sind es 15 herausfordernde Jahre, in denen er Neues bewirken will. „Der Wunsch nach einer Veränderung hat sich langsam aufgebaut, und mir wurde klar: Wenn ich nochmal etwas anderes möchte, muss es zeitnah sein, und weil ich das Gefühl hatte, es läuft in Wengern gut, kann ich jetzt auch mal gehen“, sagt er.

 

Seit dem 14. Januar hat Uli Mörchen neue Aufgabenfelder in der Evangelischen Kirchengemeinde in Dortmund-Brackel gefunden. In Wengern geht es derweil bunt gemischt weiter. Bis die vakante Pfarrer-Stelle neu besetzt ist, werden verschiedene Pfarrkollegen die Gottesdienstvertretungen übernehmen und die Amtshandlungen durchführen.

 

Text und Foto: Walter Demtröder 

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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