„Ich verlasse jetzt ein Stück Heimat“

15.04.2019 · Gemeindereferent Christian Heinze-Tydecks verlässt Heven / Notfallseelsorge-Stelle im Kirchenkreis Jülich reizt nach absolviertem Studium

Christian Heinze-Tydecks, Diakon und Gemeindereferent in der Trinitatisgemeinde am Standort Heven, wird am 28. April um 11 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der Kirche am Steinhügel, Steinhügel 38 in Witten, verabschiedet. Der ausgebildete Supervisor tritt im Mai eine Stelle im Kirchenkreis Jülich an, wo er für den Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Ehrenamtliche in der Notfallseelsorge verantwortlich sein wird. Die Oster-Gottesdienste der Gemeinde gestaltet er noch mit.

Foto:

Verlässt den Kirchenkreis: Christian Heinze-Tydecks.

Zwischen theoretischer Überzeugung und praktischer Umsetzung steht manchmal: Das Gefühl. Diese Erfahrung macht Christian Heinze-Tydecks, scheidender Jugend- und Gemeindepädagoge der Ev. Trinitatisgemeinde in Heven dieser Tage. „Ich hab immer gesagt, dass ich nicht auf der Bahre aus der Jugendarbeit getragen werden möchte“, erklärt er mit Nachdruck. Soweit die Theorie. Dass dem 36-jährigen der Abschied nach 18 Jahren in der Gemeinde schwer fällt, ist aber deutlich spürbar. Natürlich freut er sich auf die neue Aufgabe im Kirchenkreis Jülich und auch auf das Rheinland, wo einst seine Wiege stand. Doch ein bisschen Wehmut kommt beim Diakon auf: „Ich verlasse jetzt ein Stück Heimat.“

Gerade mal 18 war der junge Christian Heinze, als sein Weg ihn zur Diakonenausbildung nach Witten führte. Zuvor hatte er eine Ausbildung als Erzieher begonnen, aus Angst, als Diakon „zu fromm“ zu werden, wie er sich lachend erinnert. Dabei hätte ihn ein Blick in die eigene Jugend beruhigen können: „Ich hatte einen ganz tollen, prägenden Jugenddiakon, von dem ich gar nicht wusste, dass er Diakon war.“

Foto:

Als Gemeinde- und Jugendreferent gehörte der Konfi-Unterricht zu seinen Aufgaben. Doch als reiner Jugendmitarbeiter sah sich Christian Heinze-Tydecks (rechts) nie.

Immer Lust am Lernen

Beim Blick in Heinze-Tydecks Biographie fällt sofort seine große Lust am Lernen auf. Statt sich zwischen zwei Ausbildungen zu entscheiden, wurde er einfach Diakon UND Erzieher. In der Gemeinde fing er 2006 als Jugendreferent an – arbeitete schnell ganz selbstverständlich auch als Gemeindepädagoge und übernahm sogar pastorale Aufgaben wie Gottesdienste, Beerdigungen und Trauungen. Nach seiner Mediatorenausbildung übernahm der einfühlsame Christian Heinze-Tydecks auch Aufgaben in der Notfallseelsorge und wurde für die Menschen im Kirchenkreis zum Ansprechpartner für Opfer von sexueller Gewalt und Belästigung. „Ich hab immer Wert darauf gelegt, mich weiterzubilden“, erklärt er der beeindruckten Zuhörerin lapidar.

Zu den Menschen in der Gemeinde einen Draht zu bekommen, fiel dem Rheinländer nicht schwer. „Ich bin ja eigentlich ein Spätheimkehrer“, erklärt er lachend. „Meine Eltern stammen aus dem Ruhrgebiet. Bei der „Integration“ half früh der leider verstorbene Micki Wohlfahrt. „Micki schenkte mir jeden Monate eine Ruhrgebiets-Lektion, mal einen Ausflug, mal eine Einladung zu Frikadelle und Kartoffelsalat.“

"Die Stellenausschreibung hätte ich exakt so für mich geschrieben"

Dass sich der beliebte Gemeindereferent nun zusammen mit seiner in Heven geborenen Ehefrau und den beiden Kindern in Richtung Rheinland orientiert, liegt erneut an einer Weiterbildung: Ende 2016 startete Christian Heinze-Tydecks berufsbegleitend ein Studium „Supervision und Beratung“, das es ihm ermöglichte, schon vor einem Jahr im Nebenamt selbstständig „Beratung im Revier“ anzubieten. Im März schloss er sein Studium ab. Für Pfarrerin Heike Bundt ist sein Weggang durchaus nachvollziehbar, auch wenn ihr der bestens ausgebildete Kollege fehlen wird: „Durch Christian hatte ich immer tolle Unterstützung auch auf pastoraler Ebene.

Über sein neues Einsatzgebiet sagt Christian Heinze-Tydecks: „Die Stellenausschreibung hätte die ich exakt so für mich geschrieben.“ In der Notfallseelsorge, bei den Grünen Damen im Krankenhaus und bei den Besuchsdiensten in den Gemeinden wird der frisch gebackene Supervisor viel mit Ehrenamtlichen zu tun haben, denen er zum einen seelsorglicher Ansprechpartner sein möchte, die er aber auch durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen strukturell stärken will. „Ich hab immer versucht, Menschen zu befähigen, selber etwas zu machen.“

Die Ostergottesdienste sind für Christian Heinze-Tydecks, der momentan seinen Resturlaub für Umzugsplanungen nutzt, eine gute Gelegenheit, persönlich Abschied zu nehmen – trotz der Umstrukturierungen finden sowohl der „normale“ Gottesdienst als auch die beliebte Taufe in der Ruhr zum Sonnenaufgang  (6.15 Uhr) am Ostersonntag statt. Die „offizielle“ Verabschiedung  mit der Entpflichtung von seinen Ämtern findet dann für Christian Heinze-Tydecks im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Empfang am Sonntag, 28. April um 11 Uhr in der Ev. Kirche in Heven statt.

 

Weitere Infos:

Die Ostergottesdienste in Heven finden wie gewohnt statt: Der Tauf-Gottesdienst zum Sonnenaufgang am Ostersonntag beginnt um 6.16 Uhr an der Laakebrücke. Zum Gottesdienst mit Abendmahl lädt die Gemeinde um 11 Uhr in die Kirche nach Heven. Am Ostermontag gibt es  9.30 Uhr ein Osterfrühstück im Gemeindehaus, Steinhügel 38 und um 11 Uhr beginnt der Gottesdienst.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

Segen schließen
Cookie Hinweis
Wir verwenden Cookies rein zum technischen Betrieb dieser Seiten. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Nutzung dieser Cookies zu.
Siehe auch unsere Datenschutzerklärung
Akzeptieren & schließen