"Was denkst Du, wer ich bin??"

23.06.2018 · Persische Christen diskutieren in Workshop über ihren Glauben

„Was sagt die Bibel über Jesus Christus? Was sagt die Tradition, aus der wir kommen? Und was sagt eigentlich unser Herz?“ Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Glaubensworkshop „Was denkst du, wer ich bin?“, den Pastor Mehrdad Sepehri Fard, Seelsorger in der Evangelischen Kirche von Westfalen für persischsprachige Gemeinden, gemeinsam mit Pfarrer Christian Uhlstein aus Witten, Pfarrerin Karen Koers aus Hagen und mit Pfarrerin Christina Biere (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung, Dortmund) am Samstag, 23. Juni, zwischen 11 und 18 Uhr in der Martin-Luther-Kirchengemeinde, Ardeystraße 138 in Witten anbietet. Das Besondere: Der Glaubensworkshop richtet sich ausdrücklich an Menschen aus dem persischen Raum (Iran, Afghanistan) und wird komplett in deren Landessprache Farsi angeboten.

„Im Iran gibt es, was viele nicht wissen, eine relativ große christliche Gemeinschaft“, erklärt Christian Uhlstein, der sich als Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenkreises intensiv mit dem Thema „zugewanderte Christen“ beschäftigt. „In unseren Gemeinden treffen wir jedoch momentan oft auf Menschen, die erst in der BRD `offiziell´ zum Glauben gekommen sind.“ Denn für gebürtige Muslime ist es in den vorgenannten Ländern mit großen Gefahren verbunden, zum Christentum zu konvertieren. „Daher haben diese Christen zwar heimlich in der Bibel gelesen, aber sie kennen keine Liturgie und konnten keine Gottesdienste besuchen.“

 

In speziellen Glaubenskursen bieten Uhlstein, seine Hagener Kollegin Karen Koers und andere Theologen im Gestaltungsraum erste Orientierung, vergleichbar mit dem Konfirmandenunterricht für junge Christen. Der Kirchenkreis übergreifende Workshop geht nun einen Schritt weiter: „Die Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit, ihre kulturell spezifischen Fragen an den christlichen Glauben miteinander zu diskutieren – in ihrer Muttersprache.“

 

Gerade theologisch auch für deutsche Christen schwierige Fragen, etwa die der so genannten Trinität (Dreifaltigkeit), können in diesem Workshop diskutiert werden. „Für Muslime ist die Vorstellung eines Gottes, der Vater, Sohn und Geist ist, kaum vermittelbar. Wie kann man an einen Gott glauben, wenn Jesus und der Heilige Geist auch Gott sind?“, hat Pfarrer Uhlstein durchaus Verständnis und erwartet eine spannende Auseinandersetzung.

Wichtig ist dem Pfarrer aus der Trinitatisgemeinde in Witten, dass sich die persischen Neubürger weder komplett an bestehende „deutsche“ Gemeinden anpassen müssen, noch eine eigene „Sondergemeinde“ bilden sollen. „In der Sandstraße haben wir mit den internationalen Gruppen sehr gute Erfahrungen mit besonderen Gottesdienstformen, die individuell sind und doch unverkennbar zur Kerngemeinde zugehörig sind“, betont der Theologe. Er glaubt, dass eine gewisse Weitung der Kirche in Deutschland in den kommenden Jahren gut tun wird: „In den 80 Jahren haben wir die Gottesdienste musikalisch geweitet, und sind dadurch für Menschen wieder attraktiv geworden. Die Stärke der Evangelischen Kirche ist ja gerade ihre Vielfalt.“ Angst müsse niemand vor Veränderungen haben, so Christian Uhlstein: „Wir haben ja keine Pfründe zu verteidigen, sondern ein Reich Gottes zu bauen. Und das ist bunt und vielfältig.“

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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