Himmelsbotschaft

„Wer hat diese Himmelsbotschaft geschrieben?“ Diese Frage steht dick gedruckt als Überschrift in der Zeitung. Darunter ein langer Artikel und das Foto von einem handgeschriebenen Brief auf gelbem Papier. Das macht mich neugierig und ich fange an, den Artikel zu lesen.

Gesucht wird, so steht da, ein Engelsbote. Oder genauer: Der Mann oder die Frau, die den abgedruckten Brief geschrieben hat. Der Brief ist an den kleinen Ben gerichtet. Ben ist fünf Jahre alt. Vor kurzem ist seine Großmutter an Krebs gestorben. Er ist traurig und macht sich seine ganz eigenen Gedanken über den Tod. Er hat für seine Oma einen Drachen gebastelt und ihn schön bemalt. Damit die Oma damit in den Himmel fliegen kann, hat er zu seiner Mama gesagt. Nach der Beisetzung hat Bens Mama tatsächlich den Drachen in den Himmel steigen lassen. Sie hat ihn an einen bunten Luftballon gebunden, dazu einen kurzen Brief von Ben angehängt: „Hallo Oma! Kannst Du mir den Drachen zurückschicken, wenn er bei Dir im Himmel angekommen ist? Dann weiß ich, dass es Dir da oben gut geht. Ich habe dich lieb. Ben.“ Und weil auf dem Umschlag auch Bens Adresse steht, kommt einige Tage später der Drache per Post zurück, dazu ein Brief.

 

„Lieber Ben!“ steht da. „Dein Drache ist tatsächlich bei mir angekommen“ - und dann folgen einfühlsame, liebevolle und bewegende Gedanken, die dem kleinen Ben in seiner Traurigkeit helfen sollen. „Du bist nicht allein“, steht da. „Deine Oma ist dir ganz nah, auch wenn Du sie nicht siehst und sie hat Dich lieb.“ Für Ben sind das wichtige Worte.

 

Tief berührt sucht Bens Mutter nun nach dem Absender oder der Absenderin dieser Himmelsbotschaft.

Mir ging das Herz auf, als ich das las. In der Weihnachtszeit hören wir ja oft von den himmlischen Boten, den Engeln, die auf die Erde kommen und die Geburt Jesu ankündigen. „Fürchte dich nicht!“ sagen sie den Hirten auf den Feldern von Bethlehem. „Gott kommt und wird bei euch sein, euch trösten und stärken und tragen. Freut Euch!“ Nach Freude war den Hirten eigentlich gar nicht zu mute. Es waren schwierige Zeiten. Viele Leute hatten Angst und wurden unterdrückt – und hatten – wie die Hirten - das Gefühl, allein und verlassen zu sein – auch von Gott. Aber als die Hirten dann vor dem neugeborenen Jesuskind stehen, geht ihnen das Herz auf. Auf einmal wissen sie, es geht weiter. Erfüllt gehen sie wieder in ihren Alltag und wissen nun, dass Gott nahe ist und ihnen neue Hoffnung schenkt.

 

Ich glaube, dass Gott heute immer noch solche Boten schickt, die eine Himmelsbotschaft bringen. Sie halten unsere Hoffnung wach, sie machen unser Herz fest und geben uns Trost. Nicht Gestalten mit Flügeln sind es. Es sind Menschen, denen wir begegnen, die sich für uns interessieren und uns ernst nehmen, wenn wir traurig sind. Jemand, der einfach sagt: Ich bin an deiner Seite, wenn du Begleitung brauchst. Ich stärke dir den Rücken, damit du aufrecht gehen kannst. Hab keine Angst. Vertrau, Gott schenkt dir Kraft und ich gehe ein Stück mit dir.

 

Solche Engel brauchen wir und wir selbst können sie für andere sein.

Der Dichter Wilhelm Willms hat das einmal so gesagt:

 

Welcher Engel wird uns zeigen,
wie das Leben zu bestehn?
Welcher Engel schenkt uns Augen,
die im Keim die Frucht schon sehn?

Welcher Engel öffnet Ohren,
die Geheimnisse verstehn?
Welcher Engel leiht uns Flügel,
unsern Himmel einzusehn?

Wirst du für mich –
werd ich für dich
der Engel sein? *

 

* Wilhelm Willms, in: Das Liederbuch. Lieder zwischen Himmel und Erde, Nr. 7

                                    Tvd-Verlag Düsseldorf

Annette Krüger

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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