„Lautsprecher“ an der Bahn

Ich sitze an der S-Bahnhaltestelle und warte auf die Bahn. Ich bin unterwegs zu einem Taufgespräch. Mit mir wartet jemand, der viel zu laut in sein Handy spricht.

Er ist nicht zu überhören, tätowiert und kahlrasiert. Der erste Eindruck trügt nicht. Aus seiner rechtsradikalen Gesinnung macht er kein Geheimnis. Lautstark. Ich bin ärgerlich und gleichzeitig unsicher. Soll ich reagieren oder schweigen?

Mit antisemitischen Sprüchen werde ich ab und zu konfrontiert.

Blöde Witze über Menschen aus anderen Ländern höre ich hin und wieder.

Doch reagiert man auf diese Provokationen im Alltag? W

as sage ich, wenn Eltern ein T-Shirts mit „Thor Steinar“ Aufdruck tragen?

Wie reagiere ich, wenn ein Jugendlicher Witze über den Holocaust macht?

Diese Fragen fallen mir nach der ungewollten Begegnung an der Bahn ein. Eins ist für mich klar. Ignorieren, Wegsehen oder Verharmlosen macht es schlimmer. Es geht darum, wahrzunehmen, wo sich gewalttätiges Denken Raum verschafft. Es ist heute wichtig, sich über die Gefahr rechtsextremer Bedrohung zu informieren. Und zu reagieren. Gerade das hat der NSU-Prozess gezeigt. Es kommt darauf an, aktiv und wachsam gegenüber rechtsradikaler Intoleranz und der Abwertung anderer Menschen zu sein. Gott ist Liebe, sagt die Bibel. Sie gilt jedem Menschen – egal welche Nationalität, kulturelle Herkunft oder sexuelle Orientierung er hat.

Carsten Griese, Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Rüdinghausen/Schnee

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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