Lina, Luther und alle Heiligen

Lina ist vier Jahr alt und stolz wie Oskar. Seit zwei Wochen ist sie eine Heilige. Die Pfarrerin hat sie mit Wasser übergossen und ein Kreuz auf ihre Stirn gemalt. Einen Paten hat Lina jetzt auch. Es ist Marcel, Mamas Lieblingsbruder. Und Marcel durfte nach ihrer Taufe aus der großen Bibel vorlesen, die immer auf dem Altar liegt. Ganz laut sagte er: ‚Linas Taufspruch lautet: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen‘“. Der Spruch solle Linas Leben begleiten, sagte die Pfarrerin und erklärte, warum er so zu Lina passen würde. Durch die Taufe gehöre Lina zu Gott und sei bei Gott immer willkommen. So wie alle Heiligen. „Heilig“, sagte die Pfarrerin, „bedeutet ‚zu Gott gehörig‘. Lina ist jetzt ein Teil von Gottes großer Familie, eine Hausgenossin Gottes.“ Lina ist glücklich. Den Tag ihrer Taufe wird sie so schnell nicht vergessen.

Die zurückliegende Woche ist von Gedenktagen geprägt: Das Reformationsfest am Donnerstag, Allerheiligen am Freitag und Allerseelen am Samstag. Mir als Protestantin liegt Luther nahe. Seine Entdeckung, dass Gott selbst uns gerecht macht, kann Menschen von der Angst um sich selbst befreien. Weil wir nicht mehr um unser Heil besorgt sein müssen – in Gottes Gegenwart sind wir heil(ig) -, können wir für andere sorgen und ihre Sorgen teilen. So kann das Kreuzzeichen unserer Taufe zum Pluszeichen werden, das unser Leben prägt. Das Mehr an Gnade macht die Christenmenschen aus.

Adelheid Neserke

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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