Unheimlich

Weihnachten ist unheimlich schön. Die Kinder sind gespannt was kommt, aber leicht genervt, dass bis zum 24.12. gewartet werden muss. Die Eltern gestresst, oder genervt, weil die bestellten Pakete nicht mehr rechtzeitig ankommen, die Verwandtschaft dagegen pünktlich ist. Entspannung geht anders!

Die Zeiten wandeln sich, der Weihnachtsmann kommt,  angesichts der geballten Logistik von Amazon, DHL und DPD,  ins Hintertreffen. Die Adventszeit ist letztes Jahr unbemerkt verstorben. Die Vorweihnachtszeit hat ihr den Rang abgelaufen. Wir warten nicht mehr bis wir feiern, wir feiern, während wir so tun als wenn wir warten. Der Glühweinstand als besinnliche Tankstelle. Und Geschenke überall und nirgends! Satte Leute zu füttern ist anstrengend, aber wir schaffen das! Mir wird das zunehmend unheimlich! Nicht weil ich die Nase rümpfe über Traditionsverlust und Kommerz, nicht weil ich es besser mache. Es wird nur langsam so un-heimlich, dass es sichtbar wird. Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung, die Schokoweihnachtsmänner sind hohl, der Weihnachtsbaum in Dortmund ein Fake, die Geschenke weitgehend überflüssig, wir haben doch fast alles. Es wird unheimlich offensichtlich, dass etwas fehlt! Es ist so, als wäre der Kühlschrank übervoll mit verlockenden Dingen, aber es stellt sich kein Hunger ein. Unheimliche Sinnlosigkeit.

Und doch gibt es ein Geheimnis! Weihnachten ist ein geheimnisvolles Fest. Das macht es für uns moderne Menschen schwer zu feiern. Geheimnisse nerven uns, denn Rätsel kann man lösen, dann sind sie gelöst. Aber Geheimnisse, wirkliche Geheimnisse bleiben geheimnisvoll, auch wenn wir sie kennen. Geheimnisse bekommst du nie ganz in den Griff, sie sind faszinierend anders! Eine Geschichte, die so gar nicht in unsere Welt passt. Gott kommt nach Ladenschluss, ohne Werbebanner und „Last Christmas“. Es wird von ihm erzählt, das er bescheiden, freundlich und klein in diese Welt kommt. Unbeachtet und unbekleidet, ein Baby, so wie wir alle mal eines waren. Gott.

Der, den wir nicht fassen können, den wir ignorieren, vielleicht sogar loswerden wollen. Er ist das Geheimnis der Welt! Von ihm wird die Geburtsgeschichte erzählt, von ihm singen die Engel, und die ungewaschenen Hirten staunen über ihn. Es ist keine Kindergeschichte, kein Märchen, es ist eine Erfahrungsgeschichte, eine geheimnisvolle Geschichte. Gott kommt in diese Welt, wird menschlich und will uns menschlich machen. Die Mächtigen fürchten sich, die Aussenseiter stehen plötzlich im Mittelpunkt. Die Welt ändert sich geheimnisvoll im Verborgenen. In dieser Nacht werden wir Menschen in das Geheimnis Gottes hineingenommen. Gott setzt neue Maßstäbe. Könige kommen zum armen Stall und bringen Geschenke, also nichts gegen Geschenke, wenn sie Ausdruck des Staunens, der Wertschätzung und der Liebe sind. Geheimnisse sind spannend, sie machen uns menschlich, machen uns großzügig, weil sie uns staunen lassen über diese Welt und uns. Weihnachten ist bald, suchen wir es, das Geheimnis der Welt, Gott!

Frank Schulte

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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