Großer Tag für das Instrument des Jahres 2021

07.06.2021 – Der Orgeltag Westfalen am 13. Juni lädt zum Entdecken, Zuhören und Nachfragen ein

Die Orgel ist kein Instrument, sie ist ein ganzes Orchester. Helle Flöten, scharfe Krummhörner, Trompeten und Posaunen, Streicher und Zimbeln erklingen gemeinsam, wenn der Organist oder die Organistin die Register zieht.

Foto: Matthias Kriese

Die kleinste Pfeife ist oft kleiner als ein Fingernagel, die größte mehrere Meter hoch. Beim Orgeltag Westfalen am Sonntag, 13. Juni 2021, lassen sich die Kirchenmusikerinnen, Kirchenmusiker und Orgelfachleute auf die Manuale und hinter die Windladen schauen. Der Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises, Ropudani Simanjuntak, freut sich, dass Dank gesunkener Inzidenzwerte auch in Hattingen, Sprockhövel, Wengern und Witten Musik erklingen kann.

Trotz aller Einschränkungen durch das Coronavirus soll der Orgeltag Westfalen 2021 so weit wie möglich in Präsenz stattfinden. Das dezentrale Konzept ermöglicht es den Veranstaltern, unter Beachtung der Corona-Regeln und mit Blick auf das Infektionsgeschehen vor Ort flexibel zu reagieren. Formate wie Orgelspaziergänge bieten zudem Gelegenheit, einen Teil der Veranstaltung im Freien durchzuführen. „Wir sehnen uns nach Musik und Kultur. Der Orgeltag kann seinen Beitrag leisten, ein wenig dieser Sehnsucht zu stillen“, sagt Kreiskantor Simanjuntak, der seinen Arbeitsplatz an der Orgel in Sprockhövel hat.

Aus dem Programm im Kirchenkreis Hattingen-Witten
In der Johanniskirche in Witten sowie in der Zwiebelturmkirche in Sprockhövel gibt es am Sonntag, 13. Juni, jeweils ab 11 Uhr besondere Gottesdienste mit viel Orgelmusik. In Witten sitzt die Organistin Miso Kim an der Orgel; den Gottesdienst in Sprockhövel gestalten Manuela Vormberge (Orgel), Andreas Lensing (Orgel), Ropudani Simanjuntak (Orgel), Niklas Kraftzik ( Gitarre ) und Werner Walbröl ( Schlagzeug) gemeinsam musikalisch. Das komplette Programm finden Sie unten unter Downloads.

Unter dem Motto „Orgelbau zum Anfassen“ können Interessierte in Hattingen in der St.-Georgs-Kirche die historische Kalkantenstube erkunden: Ab 12 bzw. 16 Uhr können Interessierte für jeweils eine halbe Stunde die historische Treppe zur Orgelempore erklimmen und so den ältesten Winkel der Kirche betreten. Es erwartet die Besucher*innen die Welt der Roetzel-Orgel. Überall finden sich Spuren der Zeit und der Menschen, die mit der Orgel leben und gelebt haben. An einem Funktionsmodell können die Gäste versuchen, selbst einmal „Kalkant“ zu sein. Die Teilnehmer*innenzahl für die nicht barrierefreie Veranstaltung ist begrenzt, daher ist eine Anmeldung erforderlich: kirchenmusik-stgeorg@kirche-hawi.de oder (0 23 24) 95 49 30.

Auf ein Konzert für Posaune und Orgel können sich alle Musikbegeisterten am Sonntagnachmittag um 16 Uhr freuen: Jan-Philipp Arendt (Posaune) und Miso Kim (Orgel spielen in der Johanniskirche (Bonhoefferstraße 10) in Witten Werke von Cesar Franck, Alexandre Guilmant, Max Peters und G.Ch. Wagenseil. Auch hier ist eine Anmeldung erforderlich über das Gemeindebüro oder über die Homepage der Gemeinde (www.johanniskirche-witten.de).

Die Kirchengemeinde Niederwenigern zeichnet ein Orgelkonzert mit dem Titel „Die Orgel – Solo und im Zwiegespräch mit Saxophon“ auf und veröffentlicht es ab 15 Uhr auf dem eigenen YouTube-Kanal unter https://www.youtube.com/channel/UCSv-fzajY3IDf7DCt5JBbA

Und schließlich produziert die Kirchengemeinde Wengern gerade einen Videobeitrag über die Orgel der kleinen Dorfkirche, der am Sonntag ab 13.30 Uhr über die Homepage der Gemeinde (https://ev-kirche-wengern.de/ ) zu sehen sein wird.

 

„Die meisten von uns kennen die Orgel aus Kirchenbesuchen, wenige aber nehmen sie als Konzertinstrument und mehr wahr. Der Orgeltag Westfalen bietet diesem großartigen Instrument eine Plattform, auf der die Vielfältigkeit, die stilistische Breite, die klangliche Variabilität und die konzertante Potenz der Orgel präsentiert werden können“, sagt NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen in ihrem Grußwort zum Orgeltag.  Und für Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, gehört die Orgel zu den Gottesdiensten wie das Hören auf Gottes Wort und die Antwort der Gemeinde in Gebet und Lobgesang. „Im Jubeln wie im Klagen, in lauten wie in leisen Klängen lässt die Orgel etwas davon ahnen, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als unser Verstand zu fassen vermag“, sagt die Theologin.

 

Hintergrund
Der Orgeltag Westfalen am 13. Juni 2021 unterstreicht die Bedeutung des Weltkulturerbes „Orgelbau und Orgelmusik“. 2018 hatte die UNESCO beides als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit ausgezeichnet.

Die Orgel, der Orgelbau und die Orgelmusik wurden laut UNESCO vor mehr als 2000 Jahren im hellenistischen Ägypten erfunden und gelangten über Byzanz nach Europa, wo sie als Kulturgut bis heute weiterentwickelt werden. Seit dem Mittelalter ist Orgelmusik Teil der kirchlichen Liturgie. Nach wie vor werden die meisten Orgeln in Europa gebaut und in viele Länder weltweit exportiert.

Jede Orgel in den Kirchen und Konzertsälen Westfalens hat ihren eigenen Charakter. Raum und Klang, Architektur und Handwerk gehen eine eindrucksvolle Verbindung ein. Insgesamt knapp 120 Veranstaltungen laden beim Orgeltag in ganz Westfalen dazu ein, die Vielfalt der Orgellandschaft und der Orgelmusik zu entdecken. Eine Übersicht in Form einer Veranstaltungskarte gibt es unter der orgeltag-westfalen

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Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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