Kirchentag: Keine Angst vor großen Mengen

17.06.2019 – Mark Neuhaus koordiniert die Herstellung von 3000 Essensportionen

Evangelischer Kirchentag in Westfalen – das bedeutet für die Wittener Protestanten, dass sie Gäste und Gastgeber gleichzeitig sind. Wenn sich am kommenden Mittwoch um 16.30 Uhr die ersten Christinnen und Christen zur Einstimmung auf einem der drei großen Eröffnungsgottesdienste in Dortmund treffen, dann sind darunter auch zahlreiche Wittenerinnen und Wittener, die teilweise zu dem Zeitpunkt schon fleißig waren. So wie Mark Neuhaus aus Annen, der Wittener Verpflegungskoordinator für den Abend der Begegnung.

300 Kilogramm Kartoffeln in 70-Kilogramm-Portionen hat Mark Neuhaus heute schon mal gekocht.

300 Kilogramm Kartoffeln. 75 Kilogramm Salat. 40 Kilogramm Spargel. Wenn Mark Neuhaus über seine Vorbereitungen für  den Abend der Begegnung spricht, bekommt die Hausfrau große Augen. 200.000 Gäste werden am Eröffnungsabend erwartet, die bei hoffentlich gutem  Wetter  zwischen Pavillons, Veranstaltungsflächen und Bühnen hin- und her schlendern – und zweifellos irgendwann hungrig werden. Und damit sie sich nicht ausschließlich in den Dortmunder Imbissbuden verpflegen müssen, steuern die Kirchenkreise der Westfälischen Landeskirche insgesamt 75.000 Portionen Essen bei. Mark Neuhaus, gelernter Koch, leidenschaftlicher Essen und begeisterter Kirchentagsbesucher, koordiniert die Herstellung von etwa 3.000 Essensportionen – und das schon seit Monaten.

„Ich habe insgesamt 60 Leute, die ich am Abend der Begegnung koordinieren muss“, erzählt er gut gelaunt und so, dass man die Verantwortung dahinter nur ahnt. 10 „Häuptlinge“, wie sie sich selber nennen, mit insgesamt 50 „Indianern“, die zwei bis drei Portionen pro Minute (!!!) herstellen werden. Geschmack, Nachhaltigkeit, Optik und natürlich die Hygiene – all das muss stimmen, damit das Essen für die Kirchentagsbesucher in guter Erinnerung bleibt. „Es wird eine echt westfälische Kartoffelpfanne geben“, macht Mark Neuhaus Appetit. Die Kartoffeln dafür wurden bereits am Montag gekocht – in Portionen zu je 60 Kilo. Wer sich das vorstellen möchte:  Das ist jeweils eine Badewanne voller Erdäpfel. Am Dienstag kocht der Verpflegungskoorinator dann mal  eben 40 Kilogramm Spargel, rührt literweise Dressing und putzt 75 Kilogramm Salat für den geplanten „Salatteller mit Spargel“.  Auch hier zur Veranschaulichung: Die Gemüsekisten mit dem Salat gestapelt füllen eine halbe Garage. „Dazu habe ich mich in der Kantinetti  an der Annenstraße einquartiert“, freut sich der Koch über die Unterstützung durch die Diakonie. Am Mittwoch selber runden dann noch 2000 „Bütterkes“ das kulinarische Angebot aus dem Kirchenkreis Hattingen-Witten ab – frisch belegt mit westfälischem Schinken.

So sieht es aus, wenn eine halbe Garage voll Salat fein säuberlich geschnitten wurde…

Abgeschlossen sind dann schon lange die Vorarbeiten, die der Hygiene und dem optimalen Ablauf dienen:  Alle Helferinnen und Helfer wurden geschult, ein kompletter Umzugs-Lkw enthält 16 Europaletten voller Pavillons, außerdem Einmal-Handschuhe, Schüsseln, Spuckschutz-Wände und was man sonst noch so braucht. Am Mittwoch verlässt dann ein zweiter Lkw gepackt mit allen Lebensmitteln als rollender Kühlschrank die Ruhrstadt und bringt alles in die Dortmunder Kampstraße nahe dem Westentor.

Mark Neuhaus als Küchenprofi  überlässt auch bei der Herstellung der Speisen nichts dem Zufall – wildes Hin- und Herlaufen am Stand wird es nicht geben. Jeder Häuptling und jeder Indianer kennt genau seinen Platz, die einzelnen Arbeitsschritte gehen Hand in Hand. „Das spart Zeit und mindert das Infektionsrisiko“, erklärt er. Wer Lebensmittel berührt, hat keinen direkten Kontakt zum Kunden -  auf Geldscheinen und Münzen ist mehr Leben, als dem Koch lieb ist. Und damit jeder Teller gleich aussieht, hat Neuhaus alles einmal zubereitet und fotografiert – als „Muster-Teller“ sozusagen.

Lampenfieber kennt der erfahrene Koch, der als Küchenchef bei Erco-Leuchten und als Ausbilder im Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Lüdenscheid arbeitet, nicht. „Aber natürlich wünsche ich mir, dass meine vielen intensiven Planungen aufgehen und wir bei hoffentlich gutem Wetter viele Kirchentagsbesucher mit unseren Speisen satt und glücklich machen.“ Wenn der letzte Gast den Mund abgeputzt hat, muss die fleißige Koch-Crew noch aufräumen und packen – und ab Donnerstag genießt dann auch Mark Neuhaus den Kirchentag mit seinen insgesamt 2000 spirituellen, kulturellen, gesellschaftspolitischen und unterhaltsamen Programmpunkten.

Ein besonderes Highlight erwartet den Laienprediger dann noch am Sonntag im Signal-Iduna-Park. Dann tauscht er die weiße Kochschürze gegen seinen schwarzen Talar und verteilt eine andere Art von Abendmahl beim Abschlussgottesdienst. Ein ausgesprochener Fußball-Fan ist Mark Neuhaus nicht, doch als Liturg vor der Südkurve zu stehen, das ist für den engagierten Christen etwas ganz Besonderes. Und es blitzt auch ein bisschen theologischer Ernst durch, wenn er lacht: „Wer am Mittwoch nicht satt geworden ist, der bekommt am Sonntag von uns seine seelische Nahrung.“

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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