Neue Gesichter im Kirchenkreis – unter besonderen Umständen

04.05.2020 – Vikariat "online": Denise Bongers und Benedikt Schwabe machen das Beste aus der Situation

Auf Twitter kursierte vor kurzem ein Bilderwitz. Aufgeschlagen lag da eine Bibel, das Evangelium nach Matthäus, ein Jesus-Zitat: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Mit Rotstift war daneben das Lehrerzeichen für „Streichen“ notiert: „oder drei“ muss in Corona-Zeiten weg, so will es die Abstandsregel. Was Friseure und Kosmetikerinnen vor Probleme stellt, ist auch für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer ein Problem, denn „Nähe“ gehört zu einer intensiven Seelsorge natürlich dazu. Eine echte Herausforderung für Denise Bongers und Benedikt Schwabe – beide starteten am 1. April ihren Dienst als Vikar*in im Kirchenkreis Hattingen-Witten. Die 29-jährige Denise Bongers in der Gemeinde Creative Kirche in Witten, Benedikt Schwabe (27) in Nierenhof.

Matthäus muss - momentan - korrigiert werden ;-)

Ihren Einsatz als Sondervikarin hatte sich Denise Bongers (Foto rechts) anders vorgestellt. Nach ihrer eigentlichen Ausbildung wollte sich die junge Theologin eine „Extrazeit“ in der Gemeinde Creative Kirche gönnen - um nach dem Studium und einem eher „volkskirchlichen“ Vikariat hier noch missionarische Inspiration für das Berufsleben zu sammeln. „Ich hatte mich vor allem auf die Veranstaltungen gefreut, von der Professionalität in der Verkündigung wollte ich lernen.“ Derzeit sind es auch technische Lektionen, die sie lernen kann – von Superintendentin Julia Holtz wurde die junge Frau aus Wanne-Eickel gerade im Rahmen des neuen YouTube-Kanals im Kirchenkreis begrüßt. Ein Widerspruch ist das für Denise Bongers nicht: „In erster Linie sehe ich mich als Hirtin, als Begleiterin der Menschen auf ihrem Lebensweg, gerade in schweren Zeiten. Ich will ihnen eine Stütze sein, wenn sie Gott vielleicht mal nicht sehen können. Und wenn moderne Technik dabei hilft – umso besser.“ YouTube-Kanäle und Zoom-Konferenzen – moderne Verkündigungsmedien, die auch in der Nach-Corona-Zeit Sinn machen werden; ebenso wie die Kirchen-App, an deren Entwicklung Denise Bongers gerade mitarbeitet.

Moderne Technik als ein Baustein zeitgemäßer Verkündigung – das war in der Kirchengemeinde Nierenhof im äußersten Nordwesten des Kirchenkreises schon lange vor Corona Normalität. Der YouTube-Kanal der Gemeinde startete bereits vor zwei Jahren; wer sonntags in der großen Mehrzweckhalle in einer der vorderen Reihen sitzt, weiß, dass er live ins Internet gestreamt wird. „Flexibilität gehört in Nierenhof zum Konzept“, freut sich Benedikt Schwabe (links), gebürtiger Wittener, trotz besonderer Umstände auf seine Zeit in Velbert. „Die Mehrzweckhalle ist so typisch für den Geist in dieser Gemeinde. Ständig wird sie den Gegebenheiten angepasst, umgebaut – für das, was gerade dran ist.“ Mal ist das ein wöchentliches Bibelteilen mit Restaurant-Charakter, mal ein Winterspielplatz für die jüngsten Gemeindeglieder.

Gleich in der ersten Woche trat sie im YouTube-Kanal des Kirchenkreises auf: Denise Bongert.

Momentan hocken zwei Moderatoren auf Sofas vor Europaletten und führen locker und dennoch würdevoll durch den Online-Gottesdienst, zu dem Vikar Benedikt Schwabe seit Anfang des Monats Fürbitten und Gebete beiträgt. „Dirk Scheuermann als mein Mentor wird mich in den kommenden Wochen in alles einführen – und ich freue mich schon sehr auf die theologischen Gespräche, die ich noch führen werde, und auf die Seelsorge.“ Als Vater zweier Töchter muss der junge Vikar derzeit wie so viele andere auch Beruf und Kinderbetreuung im Home-Office in Wetter meistern, da sind die Abstecher von Wetter, wo die Familie derzeit noch wohnt, nach Nierenhof willkommene Auszeiten vom Rechner. Der Einsatz am Ruhr-Gymnasium in Witten, wo er eigentlich sechs Stunden pro Woche Religionsunterricht erteilen sollte, wird bis zu den Sommerferien vermutlich nicht mehr gelingen.

Auf die Frage, was den Pfarrberuf zum Traumjob für sie macht, nennt Denise Bongers die Möglichkeit, die Frohe Botschaft verkünden zu dürfen und Menschen begleiten zu können. Und: „So profane Dinge, wie Flexibilität, Verantwortungsübernahme und Eigenmanagement.“

Das kann man in Corona-Zeiten definitiv brauchen!

 

Wenn Sie die beiden Neuen noch besser kennenlernen möchten: Im Anhang finden Sie zwei Steckbriefe...

Downloads

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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