Ohne Schwitzen mit dem Pedelec zum Gottesdienst

16.07.2019 – Mobilitätskonzept: Pfarrerinnen und Pfarrer steigen aufs Rad um

Auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus in Sprockhövel werden die Laternen knapp. An nahezu jedem Pfosten steht ein Fahrrad – denn zur monatlichen Pfarrkonferenz kommen immer mehr Theologinnen und Theologen des Evangelischen Kirchenkreises mit dem Rad. Genauer gesagt mit dem Pedelec – das ist der elektrisch angetriebene kleine Bruder des E-Bikes. Das Pedelec unterstützt seinen Fahrer und seine Fahrerin beim Treten mithilfe eines Elektromotors – und darf im Gegensatz zum E-Bike ohne Nummernschild und auch auf Radwegen benutzt werden. „Es macht einfach Spaß“, schwärmt Pfarrer Wilfried Ranft, der Umweltbeauftragte des Kirchenkreises Hattingen-Witten. Und wird neuerdings vom Arbeitsgeber Kirche unterstützt.

Insgesamt 14 Theologinnen und Theologen sind schon umgestiegen und fahren mit dem Pedelec zum Dienst. Der Talar ist dabei allerdings eher hinderlich…

14 der 39 Pfarrerinnen und Pfarrer sieht man in den Gemeinden und Diensten in Hattingen, Sprockhövel und Witten bereits mit dem Fahrrad zum Geburtstagsbesuch, zur Frauenhilfe oder zum Gottesdienst radeln. Möglich macht den Wechsel vom Auto zum Zweirad das Mobilitätskonzept der Landeskirche, durch das der Kauf eines Pedelecs für die theologischen Mitarbeiter pauschal mit 1000 Euro gefördert wird. Weitere 500 Euro steuert nach einem Beschluss des Kreissynodalvorstandes (KSV) der Kirchenkreis hinzu, um den Wechsel schmackhaft zu machen – den Rest der Kosten (Ranft: „Ein gutes Rad ist für etwa 2200 Euro zu bekommen…“) übernimmt i.d.R. die Gemeinde. „Natürlich stehen die ökologischen Gründe im Vordergrund“, betont Superintendentin Julia Holtz, die selber auch aufs Fahrrad steigt, so oft es ihr möglich ist. „Doch durch den Wechsel entfallen der Gemeinde auch die Fahrtkosten für den Pkw – wird das Rad häufig genutzt, spart die Gemeinde sogar Geld.“

Dass jemand, dessen Passion und Auftrag die Wahrung der Schöpfung ist, möglichst oft das Fahrrad benutzt, verwundert nicht. „Ich bin auch früher oft mit dem Fahrrad zwischen meinen beiden Arbeitsplätzen hin- und hergefahren“, erzählt Wilfried Ranft. Doch wenn der 64-jährige Theologe sportlich zwischen dem Evangelischen Krankenhaus in Hattingen und der Klinik in Blankenstein pendelte, musste er deutlich mehr Zeit einplanen und war manches Mal geschwitzt. Mit dem Pedelec braucht er nur fünf Minuten länger als mit dem Auto, „und ich radle wie ein junger Gott den Berg rauf.“

Wilfried Ranft, Vorsitzender des Umweltausschusses im Ev. Kirchenkreis und Krankenhaus-Seelsorger an zwei Standorten in Hattingen, freut sich über die klimafreundliche Mobilitäts-Offensive des Kirchenkreises. Fotos (2): niki

Gut ausgebaute Radwege wie der Rheinische Esel in Witten oder die alte Bahntrasse zwischen Hattingen und Sprockhövel machen das Freizeit-Radeln im Ennepe-Ruhr-Kreis schon lange beliebt. „Aber die Alltagstauglichkeit für das Fortbewegungsmittel Rad muss in den Städten des EN-Kreises noch deutlich besser werden“, fordert Ranft als Vorsitzender des Umweltausschusses. Denn außerhalb der Innenstädte sind Radwege noch Mangelware und auf den Straßen wird es beim Nebeneinander von Pkw und Bike oft eng.

Zurück zu den Laternen: Sollte sich das Rad als Fortbewegungsmittel in den Gemeinden durchsetzen – bislang werden nur die Pedilecs für Pfarrerinnen und Pfarrer gefördert – könnte sich das Montieren von Fahrradständern lohnen. Für den Platz vor dem Kreiskirchenamt in der Wideystraße  in Witten werden bereits Pläne gemacht…

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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