„Niemand ist zu arm, als dass er nicht helfen kann“

13.08.2021 – Kirchenkreis trauert um Aurelie Mukamulisa in Musanze aus Ruanda

Aurelie Mukamulisa in Musanze, Presbyterin in der Partnerkirche des Kirchenkreises in Gisenyi, Ruanda, ist tot. Sie starb nach kurzem, schweren Verlauf an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

2016 besuchte eine Delegation aus Ruanda den Kirchenkreis Hattingen-Witten. Unter den Besuchern war auch Aurelie Mukamulisa in Musanze. Jetzt starb sie an den Folgen einer Covid-Erkrankung.

Joseph Ndagiro, der Reverent des Kirchenkreises, informierte Superintendentin Julia Holtz in einem persönlichen Schreiben über den frühen Tod der engagierten Kirchenkreis-Mitarbeiterin. Im Jahr 2016 besuchte Aurelie gemeinsam mit einer kleinen Delegation Hattingen-Witten und beeindruckte dabei mit ihrer fröhlichen, zugewandten Art. „Unsere Gedanken und Gebete gelten ihrer Familie und allen Freunden, die Aurelie vermissen; bei Gott wissen wir sie wohl behütet“, zeigte sich Superintendentin Holtz auch persönlich betroffen.

In Ruanda, einem Land mit einer insgesamt eher jungen Gesellschaft, leiden die Menschen doppelt unter den Folgen der Pandemie. Viele Männer und Frauen arbeiten als Tagelöhner in ungesicherten Verhältnissen; für sie ist der nunmehr zweite große Lockdown neben der gesundheitlichen auch eine finanzielle Katastrophe. „Viele Menschen hier sind an Covid erkrankt, andere sind auch schon gestorben“, beschreibt Reverent Ndagiro, die fast ausweglose Situation. Reisen sind verboten, Schulen und Universitäten bleiben geschlossen und auch das private Leben ist sehr eingeschränkt. Hunger und große Not infolge des Lockdowns können, anders als in Deutschland, nicht durch staatliche Fürsorge aufgefangen werden.

Und doch lassen sich die Christinnen und Christen auch von der Not in anderen Teilen der Welt berühren; die Nachricht, dass die Kirchen in Ruanda und einigen afrikanischen Nachbarländern Geld für deutsche Hochwasseropfer gesammelt haben, ging gerade erst durch die Medien. „Niemand ist zu arm, um zu helfen“, erklärt ein Bischof – wie Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland, empfanden wohl viele: „Es hat mich ungeheuer berührt, dass afrikanische Partnerkirchen als allererstes reagiert haben.“ Wenige Tage nach dem Unwetter spendeten insgesamt 14 afrikanische Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mehr als 20.000 Euro nach Deutschland.

Die Presbyterianische Kirche in Ruanda hat etwa 400 000 Mitglieder, berichtet  Bischof Pascal Bataringaya in einem Interview mit dem deutschen Magazin „chrismon“. Alle Gemeinden wurden angesprochen. „Manche haben nur ein paar Cent gegeben, aber auch ein kleiner Beitrag hat Auswirkungen. Und niemand ist zu arm, als dass er nicht helfen kann. Und niemand ist zu reich, als dass er keine Hilfe brauchen würde.“

Eine Geste, die auch Superintendentin Julia Holtz sehr berührt hat: „Miteinander beten, einander helfen in der Not – das sind sichtbare Zeichen der weltweiten Zusammengehörigkeit und Solidarität. Die Selbstverständlichkeit, mit der unsere Geschwister handelten, macht mich dankbar und demütig.“

Auch aus dem zweiten Partner-Kirchenkreis, der Diocese of Sheffield in England, erreichten den Kirchenkreis Gebete, mitfühlende Worte und Spenden.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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