„Lust aufs Leiten – auch wenn wir weniger werden“

27.09.2021 – Impulstag stärkt die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden

Den Stimmungskiller gibt es schon nach ein paar Minuten. „Wir repräsentieren ja nur noch eine Minderheit“, begrüßt Superintendentin Julia Holtz beim Impulstag des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten die angereisten Presbyter*innen, Gemeindepädagog*innen, Prädikant*innen, Gemeindeschwestern und Pfarrer*innen im Gemeindehaus in Winz-Baak.

Andreas Malessa machte den Teilnehmenden in seinem Impuls „Leiten unter erschwerten Bedingungen“ Mut, sich der Leitungsaufgabe zu stellen.

Das ist natürlich als rhetorische Provokation gedacht – auch wenn am Tag danach die Religionszugehörigkeiten in Deutschland von der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland veröffentlicht werden. Wonach die Protestanten in Deutschland gerade mal noch 24,3 Prozent ausmachen.

Für das Thema des Impulstages, „Gemeinde leiten, Kirche gestalten“, auf den ersten Blick keine gute Ausgangslage – doch dann zeigt sich im Laufe des Tages eindrucksvoll, worin die Stärke des Glaubens besteht. „Unser Auftrag lautet, die Liebe Gottes in die Welt zu tragen – und nicht, in jedem Ort Institutionen aufzubauen“, ermuntert Pfarrerin Holtz die etwa 50 Anwesenden, sich beim Denken und Neu-Denken von bestehenden Strukturen frei zu machen. Und dann – wird erstmal gesungen. Und es entsteht: Gemeinschaft. Alle sind geimpft oder genesen. Viele haben sich zusätzlich noch testen lassen. Denn auch darin zeigt sich christliches Verantwortung: Den anderen zu schützen, die eigene Bequemlichkeit nicht über die Gesundheit des anderen zu stellen. Und es tut einfach gut, miteinander zu singen. Gott zu preisen – und dann gestärkt miteinander nachzudenken.

„Kirche mit und nach Corona“, „Miteinander unterwegs“, „Kirche macht sich auf“ und „Kirche- Erfrischend. Vielfältig“ heißen die Impulsgruppen, aber auch „Unsere Kirche und ihr Geld“, „Fünf Brote und zwei Fische“ und „Das Haushaltsbuch“. Natürlich wird vieles inhaltlich nur angerissen – doch in den Pausen, in den Gesprächen zwischen den Programmpunkten und auch beim gemeinsamen Diskutieren spürt man die Lust, die Kirche weiterzutragen, sich nicht entmutigen zu lassen und sich gegenseitig zu stärken. Lust machen auch das musikalische Potpourri, zu dem Kreiskantor Ropudani Simanjuntak einlädt – und auch das heitere Kirchenquiz, die nach der Mittagspause gegen das „Suppenkoma“ helfen.

Quo vadis, Kirche? Superintendentin Julia Holtz muss Jahr für Jahr zur Kenntnis nehmen, dass die Kirche für viele Menschen an Bedeutung verliert. Ihren Glauben erschüttert das nicht – und auch nicht ihre Freude daran, Gottes Liebe zu verkündigen.

Ein Highlight für alle Teilnehmenden ist das Impulsreferat des Journalisten und Theologen Andreas Malessa, der vor allem Mut macht, sich der Leitungsaufgabe zu stellen. „Sie müssen nicht Jesus sein. Nicht einmal David. Seien Sie einfach sie selbst“, gab er seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit auf den Weg, nachdem er sie zu Sendungsbewusstsein, Ausdauer und einer weiblichen, im Sinne von fürsorglichen Autorität ermuntert hatte.

Superintendentin Julia Holtz, Sekretärin Angela Kunze und Synodalpfarrerin Annette Krüger, die den Impulstag gemeinsam vorbereitet hatten, waren sichtlich zufrieden mit der Veranstaltung – einzig ein paar mehr Teilnehmende hätten die Freude noch vergrößern können.

Bildergalerie

„Gemeinde leiten, Kirche gestalten“ hieß der Impulstag, zu dem der Evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten Presbyter*innen, Gemeindepädagog*innen, Prädikant*innen, Gemeindeschwestern und Pfarrer*innen eingeladen hatte. Es wurde ein Tag mit viel Input, Energie und Zuversicht.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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