Fast 25.000 Euro für den guten Zweck

23.12.2019 – Mehr als Teilnehmer beim 38. Hattinger Hungermarsch trotzen dem Regen

Trotz Regens ließen sich etwa 115 Teilnehmer im Dezember nicht davon abhalten, beim alljährlichen „Hungermarsch“ in Hattingen Spenden zu sammeln. Im Vorfeld wurden dafür von den Teilnehmern Sponsoren gesucht, für jeden gelaufenen Kilometer gab es einen Geldbetrag. Zum Jubiläum – die Aktion 100.000 fand bundesweit zum 50. Mal statt - kamen beachtliche 24.250 Euro an Spendengeldern zusammen. Das Geld kommt dem Projekt „Das Dorf macht Schule – Die Schule macht das Dorf“ von MISERIOS zu Gute, welches Bildung und Entwicklung für Kleinbauernfamilien in abgelegene Dörfer auf Madagaskar bringt.

Pfarrer Frank Bottenberg (links), der Geschäftsführer von MISERIOR Pirmin Spiegel (Mitte) und der Vorsitzender der Aktion 100.000, Thomas Haep (links), eröffnen zum Ende des Gottesdienstes den Hungermarsch. Foto: Lara Grewe.

Bevor die Teilnehmer an diesem verregneten Sonntag jedoch den 20 Kilometer langen Hungerarsch antraten, wurde zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die St. Georgs Kirche eingeladen. Mitläufer und Interessierte aus allen Generationen kamen bei behaglicher Atmosphäre zusammen, sangen und teilten mit der Gemeinde, was der Hungermarsch für sie bedeutet. Einige sind schon seit Beginn dabei, andere aus der zweiten Generation erzählen davon, wie sie schon in der Grundschule nur darauf gewartet haben, bis sie endlich groß genug waren, um mitlaufen zu dürfen. Auch Bürgermeister Dirk Glaser war vor Ort und Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISERIOR, richtete einige Worte an die Gemeinde.

 

Die Schüler der Gewinnerklasse aus dem letzten Jahr waren auch wieder dabei und erzählten: „Es macht Spaß, gemeinsam als Gruppe zu laufen. Wir nähern uns dem Ziel gemeinsam und das fühlt sich toll an, auch wenn wir am Ende alle durchgefroren sind.“ Christian Quere ist Lehrer an dem Gymnasium Waldstraße und lief dieses Jahr zum elften Mal mit: „Ich nutze den Hungermarsch quasi als Trainingslauf.“ Er motiviert seine Schüler jedes Jahr zur Teilnahme und bindet die Aktion 100.000 und den Hungermarsch in seinen Unterricht ein, damit die Schüler auch wissen, wofür sie laufen.

Um kurz nach elf ging es dann los: In kleinen und großen Gruppen, in schnellem und langsamem Tempo, jeder so, wie er mag und kann. Gewappnet mit regenfesten Anziehsachen verdarbt der Nieselregen keinem die Laune. Pfeile und Zettel wiesen den 20 Kilometer langen Weg quer durch Hattingen. Und war mal jemand falsch abgebogen, wurde er zurück auf den richtigen Weg geholt – Jeder achtet auf jeden.

 

Für die tapferen Mitläufer gab es an zwei von acht Stationen eine Stärkung. Station 4 in Welper, im Paul-Gerhardt-Haus, belohnte mit wärmender Erbsensuppe. Im Ziel, im CVJM Hattingen, gab es dann den Nachtisch: Kuchen. Für Luzi und Sebastian, die beide auch jedes Jahr mitlaufen, war das neben eine zusätzliche Motivation, weiterzulaufen: „Wir laufen von Suppe zum Kuchen, auch wenn wir dabei ordentlich nass werden.“

 

Pfarrer Frank Bottenberg ist glücklich über die zahlreichen Teilnehmer, die Jahr für Jahr mitlaufen: „Ich finde es sehr schön, dass viele Bekannte mitmachen, ich aber auch immer wieder neue Gesichter sehe, die diese wichtigen Projekte unterstützen.“ Pirmin Spiegel, der Hauptgeschäftsführer von MISERIOR, weiß, warum das Projekt für die Menschen in Madagaskar so wichtig ist: „Viele Kinder in Madagaskar haben keine faire Chance auf Schulbildung, ihre Schulwege sind weit. Deswegen unterstützt das Projekt Erwachsene in Sachen Bildung. So können sich kleine Klassen in den Dörfern zusammenfinden. Mittlerweile gibt es schon 700 dieser Dorfschulen. Sie sind wichtig, damit die Kinder, wenn sie alt genug sind, Anschluss in der Schule knüpfen können. Das Projekt soll nachhaltig helfen. Indem die Aktion 100.000 das Projekt unterstützt, wird Gerechtigkeit ein Gesicht gegeben.“

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch