„Letzte Tage – Als ginge es um Leben und Tod“

22.10.2019 – Neue Ausstellung in Wittener Erlöserkirche

Vor ein paar Jahren tauchte in Deutschland ein Phänomen auf, das die Menschen seither unmerklich in zwei „Lager“ teilt: Diejenigen, die der „Schwarze Freitag“ an den verheerenden Börsencrash 1929 erinnerte (der in den USA allerdings an einem Donnerstag passierte) – und an die Schnäppchenjäger, die sich am Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving zum Einkaufen ins Getümmel stürzen. Was früher in Deutschland unter dem Namen „Schlussverkauf“ immer auch eine Meldung in den Nachrichten wert war, ist nun neudeutsch ein „Sale“, in dem es, glaubt man den teilweise absurd-komischen Werbesprüchen in so manchem Schaufenster, „Um Leben und Tod“ geht.

Der Theologe und Fotograf Bernhard Laß formuliert mit seinen dokumentarischen Fotoarbeiten eine Kritik am ungebrochenen Konsumismus unserer Gesellschaft.  Er sei, so erzählt er, bei jeder Gelegenheit fotografierend „im Alltag unterwegs“; Details zu entdecken und mit der Kamera gleichsam zu entlarven, falle ihm leicht. In der Ausstellung „Letzte Tage – Als ginge es um Leben und Tod“, die ab Freitag, dem 1. November in der Evangelischen Erlöserkirche in Annen zu sehen ist, greift er sich das Phänomen „Schlussverkauf“ heraus. Die Jahreszeiten enden nicht mit einem Datum oder anderem Wetter, sondern mit dem massenweisen Verkauf übriggebliebener, saisonaler Ware - aus dem Schlussverkauf wurden „letzte Tage“.

 

In seinen Fotos stellt Bernhard Laß die Sprüche, mit denen um die Konsumentinnen und Konsumenten geworben wird, Sätzen und Fotos von Menschen gegenüber, die tatsächlich gerade ihre „Letzten Tage“ erlebten. Er besuchte todkranke Menschen, die mittlerweile gestorben sind,  in einem Hospiz und kam mit ihnen über tragende Werte ins Gespräch.

 

„Die Werbung spielt ja schon lange gezielt auch mit religiösen Begriffen“, beobachtet Wolfgang Schneider, der die Ausstellung gemeinsam mit der Evangelischen Erwachsenenbildung nach Annen geholt hat. Passend zum letzten Monat des Kirchenjahres, in dem es viel ums Sterben und Vergehen geht, in dem aber auch schon die ersten Verkaufsstände in Baumärkten, Blumencentern und Einkaufszentren zum Weihnachtsshopping einladen, möchte er mit die zum Nachdenken anregen: „Der Sinn meines Lebens ist doch nicht Konsum!“

 

Die Ausstellung wird am 1. November im Rahmen eines Gottesdienstes um 18 Uhr in der Erlöserkirche (Westfeldstraße 81, Witten) eröffnet. Neben dem Gemeindepfarrer Claus Humbert und Superintendentin Julia Holtz wird auch der Theologe Hartwig Trinn aus dem Wittener Hospiz den Gottesdienst mitgestalten. Zu sehen ist die Ausstellung anschließend jeweils rund um die Gottesdienstzeiten; daneben können Interessierte auch Führungen nach Absprache mit Wolfgang Schneider verabreden (Telefon: 0 23 02 / 6 22 04).

Fotograf Bernhard Laß mit dem Portrait einer Hospizbewohnerin.

 

Begleitprogramm

 

Zur Ausstellung „Letzte Tage  - Als ging es um Leben und Tod“ haben die Veranstalter ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt. Veranstaltungsort ist jeweils die Erlöserkirche Annen, Westfeldstraße 81, 58453 Witten:

 

• Montag, 4.11., 18:30 Uhr: „Die Patientenverfügung – Medizinische Versorgung am

Lebensende“ mit Pfr. Wilfried Ranft.

 

• Mittwoch, 6.11., 18 Uhr: Vorstellung der Arbeit des St. Elisabeth Hospiz Witten mit

Brigitte Dünkelmann.

 

• Dienstag, 12.11., 18 bis 19:30 Uhr:  „Überbringen einer Nachricht, die das Leben völlig verändert“ - Bericht aus der Praxis eines Notfallseelsorgers.“

 

• Donnerstag, 14.11., 18:30 – 20 Uhr: „Leben & Sterben, Tod & Trauer auf dem Stundenplan einer Schule?“ „Hospiz macht Schule“/  „Hospiz macht Schule weiter“ mit dem Ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen e.V.

 

• Samstag, 16.11., 14 bis – 18 Uhr: „Was mir im Leben wichtig ist“ – Schreibwerkstatt mit Katja Reibstein und Katharina Arnoldi.

 

Der Besuch aller Vorträge ist ohne Anmeldung und kostenfrei möglich. Für den Workshop „Schreibwerkstatt“ wird um Anmeldung gebeten und es wird ein Teilnahmebeitrag erhoben. Weitere Infos hierzu bei der Erwachsenenbildung unter 0 23 36-40 03 44.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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