„Er prägte eine ganze Generation lang das Gemeindeleben.“

05.07.2021 – Bommern verabschiedet sich von Pfarrer Michael Göhler

Den ganz großen Bahnhof – den mochte Michael Göhler, langjähriger Pfarrer der Kirchengemeinde Bommern, eigentlich noch nie. Darum, so vermutet sein Kollege Jürgen Krüger, „kommen ihm die Corona-Einschränkungen vielleicht ganz gelegen.“

Michael Göhler: „Er prägte eine ganze Generation lang das Gemeindeleben.“ Nun verabschiedete die Gemeinde ihren Pfarrer nach 33 Jahren in den Ruhestand.

Zur offiziellen Verabschiedung des beliebten Gemeindepfarrers nach mehr als 33 Jahren Dienst in Witten kamen neben der Superintendentin Julia Holtz, einigen Vertretern aus dem Presbyterium und der Nachbargemeinde Wengern vor allem Gemeindemitglieder und Kindergartenkinder, um sich zu verabschieden – also genau diejenigen, die dem Theologen immer besonders am Herzen lagen. Die „Promis aus Stadt, Land, Fluss“, wie er sie nennt, konnten aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahlen nicht eingeladen werden. Das bunte Fest bei strahlendem Sonnenschein, mit Musik, Ballons und vielen dankbaren Gesichtern, das die Gemeinde ihrem scheidenden Pfarrer bereitete, wird dennoch allen in Erinnerung bleiben – nicht nur Michael Göhler.

Wie beschreibt man angemessen einen Pfarrer, der mehr als drei Jahrzehnte lang seine Gemeinde begleitete? Seine große Zuverlässigkeit hebt Jürgen Krüger hervor: „Auf Michael konnte ich mich immer verlassen.“ Und Michael Waschhof aus der Nachbargemeinde Wengern ergänzt: „Er prägte eine ganze Generation lang das Gemeindeleben.“

Fast gleichzeitig kamen sie Ende der 80er Jahre nach Bommern. Jürgen Krüger, der im Sommer 1987 ein paar Monate vor Michael Göhler eingeführt wurde, erinnert zum Abschied an diese gemeinsamen ersten Jahre: „Damals machte jeder in seinem Bezirk alles, das war so üblich.“ Zwei Frauenhilfen, zwei Konfigruppen – aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar. Die beiden Theologen, die sich auch menschlich immer sehr gut verstanden, stellten schnell fest, dass sie mit ihren unterschiedlichen Talenten viel mehr für die Gemeinde erreichen könnten, wenn sie einige Arbeitsbereiche zusammenführen –so schufen sie Freiräume für Neues, etwa die beliebte Kinderkirche, die Schulgottesdienste, aber auch für Projektangebote wie das Kirchenkino „Filme & Mehr“ und das weit über die Gemeindegrenzen hinaus beliebte Kulturangebot „BonBomm“.

Zum Glück ließen die Inzidenzwerte im EN-Kreis dann doch einiges zu: Die Kinder aus der Kinderkirche verabschiedeten sich musikalisch und mit Luftballons von Michael Göhler…

Der bestens organisierte Michael Göhler kümmerte sich dabei gern und gut um die vielen Verwaltungsangelegenheiten, die in einer Gemeinde so anfallen. Neben den Regularien gab es in den drei Jahrzehnten auch echte Großprojekte, die Göhler mit Weitsicht und ruhiger Hand gemeinsam mit dem Presbyterium und seinem Kollegen stemmte: Der Bau des Gemeindehauses am Bodenborn, die neue Friedhofskapelle, der Umbau des alten Gemeindehauses zum Kindergarten und schließlich, 2014, die aufwendige Restaurierung der Kirche an der Rigeikenstraße, für die die Gemeinde auch reichlich Spendengelder zusammenbrachte – stets war es Michael Göhler, der den Überblick behielt und die Gemeinde so, wie Jürgen Krüger es formuliert, „in ruhigem Fahrwasser“ hielt.

Die Zukunft der Gemeinde Bommern hat indes schon längst begonnen. Im Kooperationsraum mit der Nachbargemeinde Wengern arbeiten die Pfarrer schon seit einiger Zeit zusammen, vertreten sich nicht nur in Krankheitsfällen, sondern machen auch gemeinsame Gottesdienstangebote und Freizeiten. Im kommenden Jahr wird Jürgen Krüger ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet; wie es danach mit nur noch einer vollen Pfarrstelle weitergehen kann, daran arbeiten alle Beteiligten momentan schon kräftig. Unterstützt werden sie seit Mai von Pfarrerin Andrea Auras-Reiffen, die bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle in Bommern bleiben soll. Michael Göhler bleibt auch nach seiner Entpflichtung in Witten.

Bildergalerie

Ein bewegender Moment: Nach 33 Jahren entpflichtet Superintendentin Julia Holtz Pfarrer Michael Göhler von seinem Dienst.
Auch der Posaunenchor und der Gospelchor „Singing Alive“ unter der Leitung von David Thomas verabschiedeten sich musikalisch vom Gemeindepfarrer Michael Göhler.
Aus der Nachbargemeinde Wengern überbrachten KSV-Mitglied Bärbel Böving (Mitte) und die Presbyteriumsvorsitzende Britta von Behren-Reiber Grüße zum Abschied von Michael Göhler.

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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