Als Kulturkirche fest im sozialen Leben des Stadtteils verankert

07.08.2020 – Trotz Entwidmung bleibt das Buchholzer Gotteshaus für die Menschen geöffnet

Das Wetter spielte mit und ließ es zu, einige Büchertische draußen aufzustellen, vor der guten Bücherstube in der evangelischen Kirche Buchholz. Auch ein paar DVD-Kisten und, ganz old school, Kisten voller VHS-Kassetten gesellten sich zum Angebot der Second-Hand-Bücher. „Ausnahmsweise“, wie Peter Niemann schmunzelnd hinzufügt.

Denn eigentlich verkauft man in der Kirche an der Buchholzer Straße nur Literatur aus zweiter Hand. Ob Belletristik, Reiseführer, Jugendbücher oder Klassiker, das Angebot ist umfassend. Am letzten Juli-Wochenende wurde das Literaturangebot um Bildtonträger erweitert und vor allem am Samstag - lief das Geschäft. Wenn man es denn so nennen möchte, denn alle Einnahmen fließen in den Erhalt der Kirche – die eigentlich gar keine Kirche im spirituellen Sinne mehr ist. Und so ist Peter Niemann denn auch Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der evangelischen Kirche Buchholz. Gottesdienste werden hier schon seit Juni 2015 nicht mehr gefeiert. Allerdings gehört das Gebäude, trotz Entwidmung, der Kirchengemeinde Witten-Herbede.

 

„Wir haben den Förderverein gegründet, um den hiesigen Vereinen, den Kulturschaffenden, Sozialverbänden, Chören und anderen das berühmte Dach über dem Kopf bieten zu können“, so Niemann. Als Kulturkirche stellt sie einen Mittelpunkt des öffentlichen Lebens im Stadtteil im Wittener Hammertal dar, einem Stadtteil, der, seit sich Witten offiziell Universitätsstadt nennen darf, offiziell nur noch den Status eines Ortsteils (von Herbede) besitzt. Aber Stadtteil wäre für Buchholz an sich der passendere Begriff. Man liegt geografisch für sich vollkommen autark, im Gegensatz zu einem ähnlich strukturierten Wittener Ortsteil wie dem Schnee verfügt man darüber hinaus über das Komplettprogramm in Sachen Nahversorgung (Supermarkt, Sparkasse, Apotheke, Bäckerei, …). „Nur öffentliche Versammlungsräume gibt es leider keine“, erläutert der pensionierte Lehrer Peter Niemann. Nicht einmal eine Turnhalle ist vorhanden, die man als Mehrzweckhalle nutzen könnte.

Im gleißenden Sonnenschein konnten einige Büchertische am letzten Juliwochenende auch außerhalb der Kirchmauern aufgestellt werden. Peter Niemann (links) ist Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt des Hauses, das Wittener Ratsmitglied Martin Kuhn (rechts) sein Stellvertreter. Foto: Christian Lukas

An diesem Punkt spielt die 1956 erbaute Kirche an der Buchholzer Straße eine wichtige Rolle im Stadtteil, denn sie füllt diese Lücke und gibt dem sozialen Leben Raum. Über vielfältige Aktionen werden für den Erhalt regelmäßig Gelder akquiriert, die Bücherstube im Haus macht dies sichtbar. Jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr wird diese für Freunde des gedruckten Wortes geöffnet und für kleines Geld verspricht sie manch ein überraschendes Kleinod für seine Besucher. An jedem 2. Donnerstag im Monat steht abends eine Kulturveranstaltung unter dem Motto „Käse, Wein und gute Unterhaltung“ auf dem Programm, zu dem Musiker, Literaten, Bands und andere Künstler nach Buchholz kommen. „Dass diese Veranstaltungen zurzeit auf Eis liegen, das tut natürlich weh“, gibt Peter Niemann unumwunden zu, gerade da sie über die Ortsgrenzen hinaus Publikum anlocken. Auch Sonderveranstaltungen, von denen ein bis zwei im Monat stattfinden, sind – aus Gründen – zurzeit nicht möglich.

 

Gesichert ist der Unterhalt der Kirche dennoch bereits bis 2023, auch, da man eng mit der evangelischen Kirche in Herbede plant. So bleibt die Kirche fest im Ort verankert.

 

Text: Christian Lukas

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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