Kirchengemeinde radelt für das Klima

29.09.2020 – Platz 11 beim StadtRadeln – Jolanda Schultz motivierte die Herbeder

Platz 11 von 51 – beim diesjährigen Stadtradeln in Witten tauchte erstmals die Evangelische Kirchengemeinde Herbede auf. Die Kapitänin des 16-köpfigen Teams ist Jolanda Schultz, die Gemeindesekretärin. Eine gebürtige Niederländerin – die mit einer guten Idee andere mitziehen konnte…

Rund um das Gemeindehaus lässt es sich leicht radeln – doch auf dem Weg nach Hause muss Gemeindesekretärin Jolanda Schultz aus Herbede stramm die Berge hoch.

Man bedient nicht unbedingt ein Klischee, wenn man annimmt, dass Niederländer oft und gerne Fahrrad fahren. Nun ist es im Nachbarland auch leicht, das Auto stehen zu lassen – zum einen gibt es jede Menge gut ausgebauter Radwege, zum anderen sind die Autofahrer es dort gewohnt, sich den öffentlichen Raum mit Zweirädern zu teilen. Das Fahren ist also sehr viel entspannter als hierzulande. Wohnt man, wie Jolanda Schultz in Witten-Herbede, kommt aber noch ein weiterer Grund hinzu: Die Berge. „Meine Waden sind dafür genetisch einfach nicht gemacht“, lacht die Gemeindesekretärin der Evangelischen Kirchengemeinde. Vor 25 Jahren kam sie nach Deutschland, nach Herbede zog sie Mitte der 90er Jahre – doch ans Radfahren dachte sie lange Zeit nicht. „Schlaglöcher, Lkw und Gelenkbusse – das bedeutet auf dem Fahrrad echt Stress.“

„In den Niederlanden ist es ein anderes Fahren“, erinnert sich Jolanda Schultz, die natürlich auch heute noch oft in der alten Heimat Zeit verbringt. „Wenn ich dort bin, trage ich nicht einmal einen Helm.“ Nun wurden Radwege in den Niederlanden traditionell immer schon mitgedacht, wenn es eine neue Straße zu planen galt. „In Deutschland gibt es eine starke Autofahrer-Lobby. Und alles, was man nachträglich für Fahrräder wegnimmt, fehlt den Autos.“

Timon, Rieke und Lotta (v.l.n.r.) waren mit der kompletten Familie Teil des Teams „Ev. Kirchengemeinde Herbede“ beim StadtRadeln.

Im vergangenen Jahr hatte sich Jolanda Schultz gerade ein Pedelec – im Volksmund fast immer E-Bike genannt – zugelegt, als sie in der Zeitung auf die bundesweite Kampagne „Radeln für ein gutes Klima“ las. Seit 2017 beteiligt sich auch Witten am Stadtradeln. Die Idee: Möglichst viele Menschen lassen für einen begrenzten Zeitraum möglichst oft das Auto stehen und steigen aufs Fahrrad um. Will man ernst machen mit der Verkehrswende, führt kein Weg daran vorbei, umzusteigen und das Fahrrad zu benutzen, um Kohlendioxyd einzusparen. „Vom Kamperbach, wo ich wohne, bis zum Gemeindebüro sind es drei Kilometer. Hinzu kam, dass ich dann auch wieder angefangen habe, Besorgungen und Besuche mit dem Fahrrad zu erledigen – das war in den Niederlanden immer ganz selbstverständlich.“ Gerade bei kurzen Strecken, so Jolanda Schultz, könne man gut auf das Auto verzichten – „wenn man den inneren Schweinehund einmal überwunden hat.“

Pfarrerin Ute Wendel und Pfarrer David Raasch unterstützten ihre Kollegin sofort, als sie in diesem Jahr ein eigenes Herbede-Team anmelden wollte. „Wir haben zwar als Gemeinde noch nicht den Grünen Hahn eingeführt – aber natürlich liegen uns die Bewahrung der Schöpfung, Umwelt- und Klimaschutz am Herzen.“ Mit Janna Wittpoth entsendet die Gemeinde auch ein Mitglied in den kreiskirchlichen Umweltausschuss und unterstützt so die gemeinsamen Ziele. Schritt für Schritt gibt es Veränderungen: So findet man seit dem Frühjahr in der Gemeinde an vier Stellen Fahrradabstellbügel, zwei an den beiden Kirchen, einen am Gemeindehaus und einen weiteren auf dem Alten Friedhof bei der Trauerhalle.

Nach drei Wochen StadtRadeln kann das Team Ev. Kirchengemeine Herbede nun auf stolze 2563 Kilometer blicken, die die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückgelegt haben - im Schnitt 160 Kilometer pro Person. „Damit haben wir insgesamt 377 Kilogramm CO2 eingespart“, freut sich Jolanda Schultz. Mit dem Siegerteam kann und will man sich nicht messen – es ist anzunehmen, dass die 49 Radelnden des RSS-Witten so manche Trainingstour mitgezählt haben, um auf beeindruckende Zahl 31.305 Kilometer zu kommen. Aber vielleicht gelingt es ja im kommenden Jahr, ein Kirchenkreis-Team anzumelden – immerhin nutzen sehr viele Theologinnen und Theologen ein von der Landeskirche unterstütztes E-Bike und auch unter den Angestellten macht sich die Lust auf Klimaschutz breit. Doch darüber später mehr…

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

Cookie Hinweis
Wir verwenden Cookies an drei Stellen: Erstens zur Einstellung der Schriftgröße, damit Sie nicht auf jeder Seite die Schriftgröße neu wählen müssen, zweitens im Internen Bereich, damit Sie sich nicht auf jeder Seite dieses Bereichs neu einloggen müssen und drittens mit dem Ziel, diesen Cookie-Hinweis nicht auf jeder Seite neu anzuzeigen. Dies sind technisch notwendige Cookies und dienen nicht zum Erfassen von Nutzerdaten. Ein Tracking Ihres Besuchs per Cookie findet nicht statt.
Siehe auch unsere Datenschutzerklärung
Akzeptieren & schließen