Pfarrer, Spieler, Church-Nerd

21.07.2021 – David Raasch verlässt den Kirchenkreis – und hinterlässt Spuren nicht nur in Herbede

Als David Raasch 2013 in den Kirchenkreis Hattingen-Witten kam, da war es für ihn ein bisschen „nach Hause kommen“. In Gelsenkirchen geboren, aufgewachsen in Bochum und Wattenscheid, ist der damals 29jährige ein echtes Ruhrgebietskind. Nach dem Studium – in Bochum und Wuppertal - führte ihn das Vikariat nach Bielefeld. Und die Freude darüber, wieder „im Pott“ zu sein, spürte man dem groß gewachsenen Mann deutlich an. Nun zieht er ein Haus weiter, nach Dortmund – zurück in die Großstadt, in die Christus-Kirchengemeinde nach Lütgendortmund – mit vielen guten Erinnerungen im Gepäck und voller Vorfreude.

Bilder aus seiner Zeit im Kirchenkreis Hattingen-Witten. Nun wechselt Pfarrer David Raasch nach Dortmund...

Die Zeit der „letzten Male“ hat schon begonnen – der offizielle Wechsel steht zum 1. September an, und David Raasch nutzt die letzten Wochen, um sich zu verabschieden. Eine Taufe in seiner Gemeinde Herbede steht noch an, und in der Schule, wo der Theologe einen Teil seiner Stelle für den Kirchenkreis leistet, übernimmt er im August noch einen Vertretungsdienst. „Der Zeitpunkt war für uns als Familie einfach günstig“, erklärt David Raasch. „Und ich freue mich darauf, nun eine volle Stelle in einem größeren Pfarrteam antreten zu können.“

Die Tochter wird direkt in Lütgendortmund eingeschult – auch deshalb hat sich die Familie am neuen Wirkungskreis schon umgeschaut. „Die Gemeinde ist sehr stark in die Quartiertsarbeit eingebunden, es gibt eine sehr schöne, historische, aber nicht denkmalgeschützte Kirche und ich bin Teil eines einen größeren Teams mit drei Pfarrstellen, zwei Gemeindepädagogen und einer Kirchenmusikerin“, beschreibt Raasch die neue Gemeinde, die seit ihrer Fusion vor 15 Jahren ohne feste Pfarrbezirke arbeitet und inhaltlich breit aufgestellt ist. „Die Ausschreibung hat mich einfach angesprochen.“

Acht Jahre sind vergangen, seitdem David Raasch in den Kirchenkreis kam, wo er zunächst in der Hattinger Johanneskirchengemeinde und in Bredenscheid tätig war, die Fusion zur Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel als Pfarrer mitgestaltete und im Dezember 2015 in Herbede eingeführt wurde. Den besonderen Dienst im katholischen Altenheim St. Josefshaus übernahm er nach dem Weggang von Andreas Herzog und verlieh ihm gerade auch zuletzt in der Coronazeit seine ganz persönliche Note; daneben lagen ihm die digitale Arbeit, die Besuche im Kindergarten, vor allem aber auch Personalpolitik immer sehr am Herzen. „Bisher durfte ich in jeder Gemeinde, in der ich gearbeitet habe, eine Gemeindesekretärin einstellen“, schmunzelt David Raasch, der beim Erzählen über das jährliche Mitarbeiterfest im Pfarrgarten regelrecht ins Schwärmen gerät.

... und nimmt viele schöne Erinnerungen mit. Fotos: Privat

Die Arbeit in den diversen Ausschüssen – für Musik, Bau- und Finanzen sowie IT – war vielleicht weniger gesellig, aber für Raasch auch immer eine Aufgabe, die er sehr ernst nahm. So wie auch sein Herzthema Umweltschutz – David Raasch war der erste Pfarrer im Kirchenkreis, den man auf dem E-Bike zur Kirche oder zum Geburtstagsbesuch radeln sah – und bei den Demos der Fridays for future zeigte er Flagge für eine umweltfreundliche und somit schöpfungsbewahrende Lebensweise.

„Nebenbei“ gründete er die „Nerdchurch“, wo er als „Pfarrer, (Live-)Rollenspieler, Analognerd, Brettspielfreak, Bogenbauer, Würfelsammler, SciFi und Fantasy-Bücher-Narr“ ein bundesweites „Netzwerk christlicher Nerds und nerdiger Christen“. Überhaupt, das Spielen: Den Menschen in Herbede bleibt sicher David Raaschs große Lust am Spielen in Erinnerung – die Reformation ließ der mittlerweile 37jährige durch Rollenspiele lebendig werden und mit dem Format „Herbede SPIELt“ stellte er der Gemeinde immer wieder neue Gesellschaftsspiele vor, die das Gemeindeleben auf unterhaltsame Weise bereicherten.

Dass er als Gemeindepfarrer nicht nur an eine bürgerliche Kerngemeinde denkt, wird auch an seiner neuen Wirkungsstätte sicher gut ankommen. Als eine der ersten Amtshandlungen als Pfarrer schaffte David Raasch in Herbede einen Beamer an, um Vaterunser, Glaubensbekenntnis und „überhaupt alles“ an die Wand werfen zu können. „Für alle, die die Texte nicht auswendig können, ist das eine Einladung: Komm, wie Du bist. Wer dabei ist, ist richtig.“ Mit dieser menschenfreundlichen Haltung tritt er nun auch in Dortmund an. Auf die Frage, was er sich für das erste Jahr vorgenommen hat, sagt David Raasch etwas für ihn sehr typisches: „Ich möchte mit allen in der Gemeinde einmal etwas Leckeres gegessen oder getrunken haben.“ Der Rest – kommt das von alleine. Gott befohlen, lieber David!

Möge die Straße Dir entgegeneilen.
Möge der Wind immer in Deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf Deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott Dich im Frieden seiner Hand.
Irischer Segenswunsch

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